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Posts Tagged ‘Wissen’

Sollte man dies so stehen lassen?

Im Rahmen dieser Arbeit soll Wissen als ein Konzept verstanden werden, in dem Individuen im Lernprozess Kenntnisse aufbauen bzw. für sich konstruieren. Diese Kenntnisse stellen verarbeitete Informationen dar, welche vernetzt, bewertet und „verstanden“ wurden. Dieses Wissen kann expliziert und in Form von Texten oder Sprache als Information für andere bereitgestellt werden, verliert dabei jedoch den Status des Wissens. Auf Ebene der Gesellschaft erfolgt die Falsifikation des Wissens im Diskurs, indem Experten sich argumentativ wiederlegen oder bestätigen. Die Begriffe „Wissensdatenbank“ oder „Knowledgebase“ werden explizit abgelehnt.

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Zu Recht hat Prof. T.L. meine Masterthesis kritisiert. Dies hat mich die letzten 24h zu massivem Nachdenken gezwungen. Mir ist klar, ich muss meine Thesen anpassen (These 3 bleibt identisch wird aber nun von zwei neuen Thesen flankiert).

1.) Das Wissensverständnis prägt die Definition von Lernerfolg

2.) Sowohl Wissen als auch Medien unterliegen einer ökonomisch und technisch geprägten Entwicklung.

3.) Medien fungieren als Antreiber didaktischer Weiterentwicklungen, werden in ihrer Wirkung für den Lernerfolg jedoch überschätzt.

Gibt es Meinungen dazu – oder sogar Pro- und Contra Argumente?

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Mal abgesehen von banalen Einteilungen alá Daten/ Informationen/ Wissen, was macht Wissen denn nun zum Wissen?

Wie wird Wissen von Nichtwissen unterschieden? Einen Ansatzpunkt bietet der Vergleich der Überlegungen von Habermas, Toumin, Lyotard und Foucault. Diesen folgend sind lebensweltliches Wissen (narratives Wissen) und wissenschaftliches Wissen zu unterscheiden. Letzteres kann nur im Diskurs entstehen, da es sich dort gegen die Kritik zu beweisen hat – und mit These und Beweis seine “Wahrheit” oder “Echtheit” erlangt.

Doch wer bestimmt nun, was als Tatsache anerkannt wird? Wer bestimmt die Diskursregeln (obiger Vorschlag entstammt Toumin)? Wie können wir die dominante Diskursformation (Foucault) entlarven und die blinden Flecken erkennen, die durch MACHT (von Foucault auch bezeichnet als Herrschaftswissen) in die Unsichtbarkeit verdrängt wurden?

Ein Platter Gedanke, sollten “Herz und Verstand” vielleicht wieder Hand in Hand gehen => sprich stärkere Gewichtung der sinnlichen Wahrnehmung als Abgrenzung von der digital-logischen Wahrnehmung übe Interfaces oder sonstige Maschinenoberflächen?

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Um besser herauszuarbeiten, dass die Disziplinen bzw. Traditionen sich gegenseitig beeinflussen und gemeinsam betrachtet werden müssen, hier eine farblich abgewandelte Version, ansonsten gleicher Inhalt.

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Es geht weiter mit dem Versuch, Wissen graphisch zu fassen. Über die Frage des Blickwinkels und die Wahrnehmung hinaus hier ein Versuch auf Wissen in seiner Form zu einzugehen. Einschränkung: Wissensformen sind fließend und der Begriff des Wissens kann mit einem Kontinuum besser als Analogie dargestellt werden. Doch diese Darstellungen sind weniger greifbar und wenig zum Einstieg in das Thema geeignet. Aus diesem Grund soll die Grafik eine Stufe darstellen, die hilft sich dem Wissensbegriff zu nähern, und keine abschließende Zusammenfassung. Sie ist eher als technokratischer Gegenpol zu den abstrakten Ausführungen des Konstruktivismus zu sehen.

Kernaussagen der Grafik:

  • Es gibt zwei Ebenen auf denen man auf Wissen blicken kann, die Ebene des Individuums (des Menschen) und die Ebene der Gesellschaft, der Organisation, des Systems, das außerhalb des menschlichen Systems angeordnet ist
  • Wissen ist mehr als Zeichen, Daten und Informationen
  • Wissen selbst kann nur in Menschen “gespeichert” werden, aber die Informationen unterstützen den Wissensaufbau und die “Wissensnutzung” (in Form von Daten oder Informationen)
  • Handeln ist häufig verbunden mit Handeln
  • Es können verschiedene Formen des Wissens unterschieden werden, hierbei greift sehr stark die Prägung durch die Perspektive.

Idee: der obere, rechte Quadrant könnte auch dem Kontinuum des Wissens gewidmet werden, da North vielleicht doch nicht die Relevanz hat im Rahmen dieser Arbeit… auf der andren Seite hilft seine Ausarbeitung die Nutzung von Wissen und die zentrale Rolle von Lernen zu unterstreichen …

Wie auch bei den anderen Grafiken, wieder die Bitte um Feedback. Bei Bedarf, kann ich auch gerne die Quellen offen legen, mittelfristig werde ich dies auf Wikiversity und natürlich in meiner Abschlussarbeit tun … ich irgendwie publiziert werden wird.

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Ein Blick in unsere Lebenswelt (Husserl, Bredekamp, Bolz, Heidegger) genügt um festzustellen, vieles ist anders als man glaubt. Fernab der großen theoretischen Konstrukten bauen Menschen trotzdem ihr Wissen auf, gehen mit Unsicherheit um und versuchen zu verstehen was „der Fall ist“, was „wirklich ist“ versuchen zu erkennen. (Berger und Luckmann, 2004). In der Wissenschaft werden hierzu Kriterien definiert, wird formuliert was denn eine Tatsache sei (Fleck, 1980) und was eben nicht. Aber was ist das, was keine Tatsache ist?

Ist es deshalb nicht da, nur weil es  bestimmte Kriterien nicht erfüllt? Können wir es ignorieren, nur weil wir es im Moment nicht zu fassen kriegen? Es gibt eine schöne Geschichte von Paul Valerie mit dem Namen Eupalinos. Darin führt Sokrates ein fiktives Gespräch im Hades und wird mit seiner Jugend konfrontiert. Damals fand er ein Ding am Strand, dem er mit keiner seiner Fragen Herr werden konnte. Dies hätte ihn gezwungen an seiner Überzeugung zu zweifeln … also schmiss er das Ding zurück ins Wasser und vergas was passiert war. Die meisten von uns wissen J er wurde ein großer Denker.

Bezogen auf unser heutiges Leben scheinen starke Gefühle, die gern zitierte Liebe das beste Beispiel. Wir können bis heute in der Wissenschaft noch nicht fassen was Liebe wirklich heißt. Wir können Wirkungen beschreiben, wir können Symptome beschreiben aber ähnlich wie beim Wissen versuchen wir das „Ding“, die Liebe funktional zu beschreiben ohne zum tiefsten Kern vorzudringen. Dürfen wir sie trotzdem ignorieren, wo wir doch zumindest annehmen, dass dieses Phänomen „Liebe“ das Leben vieler Menschen maßgeblich beeinflusst? Haben die von uns genutzten Modelle eine wirkliche Aussagekraft, wenn ein zentraler Faktor ausgeblendet wird, weil er nicht zu fassen ist.

Beim Schreiben dieser Zeilen muss ich an das Modell der Black Box von Skinner denken, bei dem er nur Impuls und Wirkung betrachtete. Viele seiner Annahmen konnten erst mit besseren Analysen durch Kognitivismus und medizinische Untersuchungen näher betrachtet und zum Teil revidiert werden. Die Auswirkung auf die Art des Lernen war jedoch trotzdem enorm, die Richtung des Behaviorismus findet immer noch Anhänger.

Und ein Umdenken kam erst mit dem inzwischen inflationär gebrauchten Ansätzen der Konstruktivisten (deren Ideen jedoch häufig auch schon wieder mit anderen Gedanken gepanscht wurden). Doch darum geht es nicht. Die Frage lautet, können wir es uns erlauben wichtige Aspekte unserer Welt einfach zu negieren oder in eine Black Box zu verbannen? Was geht uns damit verloren? Und mit Blick auf die Lebenswelt, wieviel ärmer wird unser Leben dadurch?

Dies ist jetzt nicht das Plädoyer für eine rein sinnlich ausgeprägte Art der Forschung, sondern die Forderung nach mehr Courage. Nach der Courage, der Welt immer wieder neu entgegen zu treten und wahrzunehmen, die blinden Flecken zu suchen und dafür einzustehen!

Für viele Hinweise und die Vermittlung dieser Einsicht bin ich zwei wunderbaren Menschen sehr dankbar, deshalb dieser Beitrag.

BERGER, P. & LUCKMANN, T. (2004) Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit,   20. Auflage Frankfurt, Fischer Taschenbuch Verlag.

FLECK, L. (1980) Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, (original work published 1935) Frankfurt, Suhrkamp.

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Wie zurecht angemerkt war die Aussage meiner letzten Grafik sehr beschränkt und die Pfeile und Striche stellten keinen wirklichen Mehrwert dar. Die nachfolgende Darstellung greift diese Kritik, verändert dadurch jedoch auch ihre Botschaft.

Botschaft:

Die äußeren Ovale symbolisieren Disziplinen die in enger Verwandtschaft oder Tradition miteinander verbunden sind. Je Perspektive/ Tradition werden unterschiedliche Forschungsmethoden, und Modelle  genutzt, sowie unterschiedliche Kriterien an Beweise und Tatsachen gestellt (vgl. Fleck, wissenschaftliche Tatsache).

Die daraus resultierende divergierende Sprache, kann bei gleichen Begriffen zu vier arten von Beziehung führen

1.) Fachtermini (FT) der Disziplin A deckt sich mit FT der Disziplin B (=)

2.) FT A is ähnlich FT B

3.) FT A ist unabhängig/ hat keine Schnittmenge mit FT B

4.) FT A ist gegensätzlich zu FT B

Dies wird durch die viel Bereiche um den Wissensbegriff symbolisiert.

Verkürz gesagt:

=> Unterschiedliche Sprache bzw. Kommunikationselemente führen zu einer unterschiedlichen Wahrnehmung (radikaler Konstruktivismus wird hier nicht angenommen), somit kann nicht von einem einheitlichen Wissensbegriff gesprochen werden.

Belege folgen nach Ausformulierung in der wissenschaftlichen Arbeit.

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