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Posts Tagged ‘Mc Luhan’

So, die Thesen wie Medien auf Lernen wirken sind gesammelt, priorisiert, selektiert und bereit diskutiert zu werden. Hier nun als Auszug aus der Masterarbeit…

  • Medien prägen die Wahrnehmung und die Art zu denken, was anhand der linearen Schriftkultur und der oralen Stammeskultur deutlich wird (McLuhan, 1970, S. 85 ff.). Meyrowitz spitzt dies zu indem er ausführt „we remain heavily dependent on literacy in both the way we store information and in the way we think“ (1985, S. 307.). Sein Lehrer Postman ergänzt, dass unsere Medienmetaphern die Welt für uns in eine zeitliche Abfolge bringen, sie vergrößern, verkleinern, einfärben und sie damit eine bestimmte Deutung der Beschaffenheit der Wirklichkeit hervorrufen (Postman, 2009, S. 20.).
  • Medien, insbesondere das Fernsehen,  werden zu einem zentralen Element der Erziehung und ersetzen dadurch menschliche Bindungen (Postman, 2009, S. 168 ff.). Menschen die von Beginn an mit Medien aufwachsen, nutzen Medien unreflektierter.
  • Medien prägen unsere Kommunikation und unsere Wahrnehmung, sie teilen die Welt nicht mit, sondern für uns ein (Luhmann und Fuchs, 1989, S. 7.).
  • Dabei sind Medien stets technisch geprägt ohne etwas technisches zu sein, fordern uns jedoch auf, die Welt naturwissenschaftlich mathematisch nach Descartes (vgl. Aicher, 1991, S. 11.)  herauszufordern bzw. sie zu stellen und ihr ihre „Geheimnisse“ zu entreißen (Heidegger, 1962, S. 14 ff; 21.). Dies bestimmt wie wir etwas über die Welt lernen und offenbart zugleich eine Kanalreduktion, bestimmt durch eine Art des Entbergens, es ist nur erkennbar was die Technik bzw. die Medien erkennen lassen.
  • Heiße Medien lassen weniger Beteiligung zu und kalte Medien fordern persönliche Beteiligung (McLuhan, 1970, S. 32 ff.).
  • Medien sind selbst kommerzielle geprägt, unterliegen also dem Systemcode „haben/ nicht haben“. Durch die medial vermittelte Kommunikation tragen sie diese Prägung in Lernkontexte, vgl. hierzu das aktuelle Vorgehen der Schulbuchverlage im Kontext des Urheberrechts (Schulbuchverlage, 2010).
  • Digitale Medien schaffen eine parallele, fiktive Welt ohne Sinn zu stiften, da sie keine ausreichende Rückbindung an die materielle Welt besitzen (Aicher, 1991, S. 75 ff.). Der Information-Overload führt zusätzlich zu einem Orientierungs- und Sinndefizit, kurz zu Konfusion. Dies kann jedoch nicht durch die Infusion von mehr Informationen behoben werden (Bolz, 2007, S. 26.).
  • Moderne Medien zerstückeln Daten in einer Weise, dass daraus „kontextlose Information“[1] wird, die durch Belanglosigkeit und Zusammenhangslosigkeit zu Handlungsunfähigkeit führt (Postman, 2008, S. 85 ff.). Ein Verstehen von Zusammenhängen wird dadurch erheblich erschwert.
  • Medien sprengen die Grenzen der Anwesenheit und zwingen zu einer neuen Grenzziehung, einer neuen Unterscheidung von hier und dort (Meyrowitz, 1985, S. 320.). Anwesenheit wird zunehmen durch kommunikative Erreichbarkeit ersetzt, womit die Kontexte erklärungsbedürftig (er) werden (Bolz, 2007, S. 118.). Situationsvariablen wie gemeinsamer Lernort oder Präsenz entfallen. Dies ist kritisch, da es nach Luhmann unwahrscheinlich ist, dass eine Kommunikation mehr Personen erreicht, als in einer konkreten Situation anwesend sind und sich die Unwahrscheinlichkeiten wechselseitig verstärken (2009, S. 30 f.).
Und was stellt die Pädagogik dem entgegen? – Dazu morgen mehr…


[1] Anm. d. Autors, es ist der Widerspruch in dem Ausdruck zu berücksichtigen, da Information per Definition in einen Kontext eingebettet sein muss.

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Ein Novum, zwei der wohl derzeit “heißesten” Barcamps Deutschlands an aufeinanderfolgenden Tagen in Köln, dies Mitte März 2012.
Die Rede ist vom 10. Educamp und vom 4. bzw. 1. Knowledgecamp, zusammen mit dem 1. Bibcamp .

Da ich bei den letzten Barcamps eher passiv war, hatte eben einfach zu wenig vorbereitet, hier meine  Vorsätze für die 3 Tage in Köln:

  • Film der Talkrunde mit Ellen Trude, Oliver Tacke und Ralf Hilgenstock fertig schneiden und bis zum 10.03. auf Vimeo veröffentlichen (… hier macht der rote Faden noch Probleme)
  • In Köln 4 neue Talkgäste finden und einen Talkrunde moderieren und aufzeichnen -> WER MÖCHTE DIESMAL DABEI SEIN???
  • 1 Session anbieten zu meinen Studiumsinhalten Medien Wissen und Lernen
  • 1 Session anbieten/ begleiten zu iBook 2 und modernsten Lerntools
  • 1 Der Frage nachgehen, was AUSSER Medien als entscheidend für den Lernerfolg gesehen werden kann. Ggf. hier auch Interviews durchführen als Anhang für meine MT

Bei diesen eher “quantitativen Zielen” soll aber eines nicht auf der Strecke bleiben … der Spass am Lernen und Weiterbilden. Denn ich erinnere mich gerne an mein erstes Barcamp in Karlsruhe (knowledgecamp), ich habe viel gelernt, tolle Leute kennengelernt (insbesondere aus Mannheim) und war motiviert wieder zu studieren. Es wurde dort sozusagen der Grundstein gelegt wieder die “Vorlesungsbank zu drücken”.

Ich erinnere mich aber auch, dass wir damals (2009) uns mehr Gedanken über Kultur, über emotionale Bedürfnisse und dergleichen mehr gemacht haben. Dies sollte in Köln aus meiner Sicht wieder auf die Agenda. Damit möchte ich diese den Camps in Bremen und Bielefeld nicht absprechen, bei mir kamen die Themen jedoch gerade zu kurz. Wodurch ist dies getriggert wird sich der eine oder andere Fragen, der meinen letzten Beitrag gelesen hat. Von der Frage ob das Modell/ die Institution Schule noch Zukunft hat, so wie wir es derzeit denken. Ich stimmte McLuhan und Postman zu, die Welt hat sich geändert, wir sind von Medien umzingelt. Es nützt uns nichts die Augen zu schließen und laut zu denken “Wenn ich Dich nicht seh, dann siehst Du mich auch nicht”. Denn jeder Lehrer nutzt ja die Medien, zumindest privat. Oder meldet sich einer der weder Zeitung liest, noch Bücher, der keinen Fernseher besitzt, kein Mobiltelefon und keinen Computer…

Exkurs

Und vor allem dies muss ja nicht schlecht sein. Um einen Gedanken von Norbert Bolz aufzugreifen, die These der Turing-Galaxis folgende Überlegung. Alles Digitale lässt sich herunterbrechen auf einen binären Code von 0 und 1. Damit werden über Interfaces nichts anderes bedient als Algorhytmen. Diese sind mathematische Operationen, was uns eine Brücke baut zur Welt der Ideen der alten Griechen (Aristoteles etc.). Denn er siedelte die Mathematik dort an, um im Höhlengleichnis zu sprechen, außerhalb der Höhle, also im Licht. Diesem Gedankengang folgend können wir die “mediatisierte Welt” wie Hepp sie nennt, als eine Chance der Erkenntnis sehen. Warum tun wir dies so selten und fragen uns (zumindest in der Pädagogik) immer mit welchen Gefahren wir hier konfrontiert werden. Damit möchte ich nicht sagen, dass dieser Gedanke falsch wäre, er ist sogar wichtig. Doch setzt er zu spät an. Wenn wir Kritik üben wollen, dann bitte an der Technisierung, an den Mechanismen die uns die Sicht verstellen auf das Wesentliche. Martin Heidegger hat in seinem Aufsatz “Die Technik und die Kehre” bereits vorgemacht wie dies aussehen könnte, indem er den Begriff des Ge-Stells prägte und uns auf das Entbergen aufmerksam macht. Er erklärt sogar noch was er als “Un-Verborgenes” sieht und wie technische Methoden und Geräte dieses letztlich unterbinden.

Dabei komme ich jedoch zu einem anderen Schluss. Mir geht es nicht darum die Technik zu brandmarken (und bei genauem Hinsehen kommen einem auch Zweifel ob Heidegger wirklich ein Technikgegner war!), sondern darauf aufmerksam zu machen, dass Technik uns Entscheidungen abnimmt, also vorselektiert. Unsere Spielräume werden dabei enger und häufig ertappt ich mich dabei, zu faul zu sein es anders zu denken. Die Kontingenz, das was wäre wenn wirklich ernst zu nehmen.

… Jetzt habe ich mich jedoch in eine Richtung verrant, die dieser Beitrag nicht bis zum Ende verfolgen kann. Da ich meine Posts auch als Anregungen für später nutzen möchte, lasse ich es trotzdem stehen und Kehre an dieser Stelle zu den Barcamps zurück…

Um es auf den Punkt zu bringen. Ich möchte der Frage nachgehen wie wir Medien wahrnehmen, wie wir eine positive Einstellung zu Ihnen finden und die Komplexität unseres Lebens reduzieren können ++++ freu mich auf tolle Menschen, wertvolle Hinweise und die nächsten Schritte in Richtung Wissenschaft.

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I don´t know who discovered water, but it certainly wasn´t a fish.” (Marshall McLuhan)

Was hat dieses Zitat mit Medien zu tun?

Marshall McLuhan versuchte damit zu verdeutlichen, dass wir alle in einer Umwelt leben, die voller Medien ist. So wie der Fisch das Wasser zum Leben braucht, brauchen wir die Medien. Und wie die Fische wollen oder können viele von uns Menschen das nicht wahrhaben, sind sich also dessen nicht bewusst.

Die obigen Ausführungen sind aus zwei Gründen für mich relevant. Zum einen Versuche ich eine Struktur in die Betrachtung von Medien zu bekommen (1), zum anderen möchte ich Medienwirkungen auf das Lernen beschreiben (2).

Zu 1
Nach der gängigen Literatur (Quellen wie Hepp, Faulstich, Bolz reiche ich nach) werden Medien vor allem aus zwei Perspektiven bzw. Überzeugungen heraus gedacht. Zum einen Medien die als Mittler, Mediator also als Transportmedium im eigentlichen Sinne gedacht werden. Nicht ganz korrekt aber einfach zu verstehen ist hier das Beispiel des Telefonanrufs oder des Briefs. Eine Nachricht wird von einem Sender A zu einem Empfänger B transportiert. Es kommt ein Teil der angestrebten Inhalte beim Empfänger an und er interpretiert weitere hinzu (z.B. eine Intention). Aus dieser Perspektive wird vor allem in der Pädagogik gedacht. Das Medium soll einen Inhalt I, an die Schüler B1, B2, B3 etc. vermitteln. Das Medium ist also ein Tool.

Zugleich stellen die Medien, überwiegend die Massenmedien aber auch die einen Teil unserer Umwelt dar. Sie kommen also nicht nur im Unterrichtskontext vor, sondern Schüler nutzen in der Freizeit das Internet oder hören MP3s beim Joggen. Dieser zweite Aspekt wird in der Pädagogik in meiner Wahrnehmung meistens zu wenig berücksichtigt. Dabei können wir doch feststellen, dass Handy, IPhones, Notebooks, Tablet PCs, IPads, Radio … Reklametafeln, Schaufenster etc. in immer mehr Bereiche unseres Lebens vordringen, und dies auch noch immer häufiger. Ohne jetzt auf Gründe wie Preisentwicklungen etc. eingehen zu wollen hierzu noch der Kommentar von Norbert Bolz in Bezug auf Email: “Kommunikationstechnologien treten mit einem sozialen Anschlußzwang auf dem sich letztlich niemand mehr entziehen kann. Ohne Netzadresse gilt man heute als Irrläufer der Medienrevolution” (Bolz, Weltkommunikation 2001 S. 8). Taking this into account, können wir Schule nicht mehr ohne eine mediendurchsetzte Lebenswelt (siehe Husserl und Habermas) denken. Es ist eben nicht vergleichbar mit dem Lehrer  (hier ist jetzt explizit der Berufsstand gemeint, in einer speziellen Rolle) , der nur im Schulkontext existiert und dem man danach vielleicht als Nachbarn wahrnimmt. Die Massenmedien sind immer dar, und das was wir über die Welt wissen, oder zumindest das meiste Wissen wir aus den Massenmedien (Luhmann).

Angenommen die o.g. Überlegungen sind richtig, müssen wir auch in der Lehre anfangen Medien in verschiedenen Dimensionen zu denken. Und dabei sind wir plötzlich mit dem Gedanken von konfrontiert, dass Schule (so wie wir sie als Institution gerade denken) obsolet ist. Lynch brachte es 2002 auf einen Satz:  “These media in Mc Luhans view, would ultimately lead to students liberation from schooling and thus to the end of the school as an institution. ” (LYNCH, J. What can we learn from Mc Luhan? Electronical communication technologies and the future of schooling. In:  JEFFREY, P., ed. Conference Paper AARE 2002, 2002 Melbourne. 1-16.) Auch Neil Postman merkte 1982 schon an, dass die Schule der letzte Hüter der Schriftkultur sei. In seiner Sicht werden junge Erwachsene (er schrieb ja auch über das verschwinden der Kindheit 🙂 ) aus einem Leben im 20. Jahrhundert während der Schulstunden zurück in das graue 19. Jahrhundert versetzt. Texte sind linear, das Leben wir nur noch indirekt vermittelt …

Doch wie tun wir das? Auf welcher Ebene setzen wir an?

Vielleicht mit der Luhmann eigenen dritten Dimension von Medien, mit symbolisch generalisierten Massenmedien, die sich am Erfolg orientieren. … Leider bin ich noch nicht soweit das Konzept wirklich verstanden zu haben, drum springe ich zurück zu Bolz. Er macht uns klar, dass es uns nicht an Informationen (bzw. Daten) mangelt, sondern an Orientierung (und um Bernd Schmid zu ergänzen, an Sinn). Könnten wir als Pädagogen uns Gedanken machen wie wir dabei helfen Orientierung zu geben und Lernende dazu befähigen sich selbst zurecht zu finden, ja vielleicht sogar für sich einen Sinn zu finden? Könnte es sein, dass wir Faktenwissen zu Hauf in technischen Systemen speichern, aber den Zugang dazu nicht adäquat vermitteln? Prinzipien und Muster auf der Strecke bleiben – es gibt ja schließlich jedes Schuljahr Fakten eines Weltjahres mehr…

Okay gut, ganz können wir nicht auf Fakten verzichten, und vor allem nicht auf Geschichten. Man stelle sich vor, jedes Wort eines Textes müsste gegoogled oder via Wikipedia nachgeschlagen werden. Die Rezeption einer Seite würde dann Stunden in Anspruch nehmen (wie manchmal zumindest gefühlt bei Niklas Luhman…)

Die Antwort lässt noch auf sich warten, genauso wie Teil II, die Auswirkungen auf die Schule im konkreten.

Doch da ich mich als BloggerNewby fühle, probiere ich einfach mal aus, was mit einem halbfertigen Artikel geschieht, welche Hilfestellungen mir gegeben werden…. ich verbleibe gespannt und warte erstmal auf Kommentare ….

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