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Im kommenden Juni findet in Krems ein Writersworkshop des LLL Kollegs statt. Initiator des Workshops ist Prof. Peter Baumgartern, der hier  in seinem Blog den konkreten Termin beschreibt und das Konzept erläutert. Aus diesem Grund an dieser Stelle nur eine ganz grobe Beschreibung des Writers Workshop, welcher auf Richard. P. Gabriel und sein Buch Writers Workshop & the Work of Making Things (Gabriel, 2002) zurück geht. Um ehrlich zu sein habe ich mich auch nur partiell mit dem Buch beschäftigt, da ich mich durch die zugelieferten Infos recht gut versorgt gefühlt habe, aber das Kapitel 8 „In Situ“ hat trotzdem mein Interesse geweckt, hier ging es nämlich um culture… dazu aber wann anders mehr.

Grundkonzept:

Es gibt drei Rollen, den Schreiber (welcher ein Paper verfasst und es immer wieder anpasst), einen Shepard (welcher iterativ Feedback zu dem Paper gibt) und die Gruppenmitglieder (die  normalerweise alle Schreiber sind, im Workshop aber in die Feedbacker-Rolle wechseln). Dies findet sich sehr gut beschrieben bei Gabi Reinmann, und zwar hier.

Der Writer erstellt ein Paper, dieses wird wie angedeutet ca. einen Monat lang in mehreren Iterationen gefeedbacked und am Ende der Zeit wird es an eine zentrale Stelle gesendet, die es den anderen Gruppenmitgliedern zugänglich macht…

Eigene Erfahrungen am Anfang

Am Anfang war ich mir nicht sicher worüber ich schreiben sollte, welche Konferenz für mich passend sein könnte – kurz gesagt was mein Aufhänger für das Paper sein soll. Aus diesem Grund habe ich es immer vor mir hergeschoben das Paper zu schreiben. Hinzu kam, dass ich es nicht leicht fand einen passenden Shepard zu finden. Denn dieser sollte

  • ja nicht nur mehr Erfahrung im Paper-Schreiben haben,
  • sondern seine Meinung sollte mir wertvoll sein,
  • sein Stil des Feedbacks so, dass ich dieses Annehmen kann und motiviert werde,
  • es sollte in sein Zeitbudget passen
  • … und einiges mehr.

Die ganze Zeit hatte ich jemand im Auge, der diese Kriterien auf beste Weise abdeckt, aber ich tat mir schwer mein Anliegen vorzubringen… als dies jedoch geschafft und mein Shepard gefunden war, nahm das Projekt richtig fahrt auf. Plötzlich war klar, bis wann ich einen ersten Entwurf zu liefern hatte, worauf es ankommt und wie wir uns organisieren. Plötzlich war die Motivation da, der erste Meilenstein war geschafft.

Eigene Erfahrungen beim Schreiben

Für das Schreiben des Papers hatte ich mir mehrere Tage fix eingeplant, um nur daran zu arbeiten. Auch der Titel war schon grob umrissen mit „Lernkultur als (Gestaltungs-) Perspektive von Bildungsvorhaben“.  Doch in den Tagen musste ich immer wieder einen Schritt zurück treten um nochmal Literatur zu lesen, andere Bücher zu besorgen… also eigentlich inhaltliche Arbeit zu machen, anstatt zu schreiben.

In dieser Phase war es für mich ein großer Gewinn einen festen Abgabetermin vereinbart zu haben. Ich wollte meine Shepard nicht enttäuschen und mit leeren Händen da stehen und das was ich biete sollte hohen Qualitätsansprüchen genügen, denn ich mochte Ihre Zeit auch nicht verschwenden (das wäre respektlos und ich hätte mich geschämt). Mit diesem Gedanken im Kopf und zwischenzeitlichen Ermunterungen, dass es gelingen wird, wurde der erste Wurf tatsächlich rechzeitig fertig.

Um es deutlich zu sagen, es war für mich persönlich ein Meilenstein und fühlte sich enorm gut an. Vor allem wenn man nicht täglich Paper schreibt, die Routinen nicht mehr stimmen… kurzum, ein kleiner Höhepunkt, den ich ohne das Setting sicher nicht geschafft hätte.

1. Feedbackschleife

Was ich nach NUR 4 Tagen zurück bekam, hat mich völlig überrascht. Denn mein Shepard hat es geschafft, die sehr wohl berechtigte Kritik so zu verpacken, dass ich sie gut annehmen konnte. Und mehr noch, das Feedback hat mir sehr klar meine Defizite aufgezeigt, sowohl im Großen, also in der Entwicklung des Roten Fadens und der Argumente, wie auch im Kleinen, wo Begriffe arglos verwendet oder Zitate unzureichend erläutert wurden. Um es klar zu sagen, es war eines der hilfreichsten Feedbacks, die ich in meiner akademischen Laufbahn zu einem Text (angefangen von Hausarbeiten, über meine Diplomarbeit bis hin zu meiner Masterthesis) bekommen habe. Danke N!

>Auf diese Weise habe ich jetzt nicht nur ein großes Arbeitspaket an Verbesserungen meiner Arbeit, sondern ich habe auch einen Ansatz wie ich Feedback anders geben kann, so dass es jemand anders besser annehmen kann<

… doch zurück zum Text. Meinen Text habe ich bis heute Nacht gegen 01.00 Uhr überarbeitet… und ich gebe zu die letzten vier Tage habe ich viel mit mir gerungen. Zum einen weil der Text eine völlig neue Struktur bekommen hat, zum andern da ich sehr bemüht war meinen Stil zu finden, der eben zwischen meinem bisherigen Stil liegt und dem vorgeschlagenen. Somit habe ich mich selbst mitten in das Bildungsabenteuer gestürzt, welche tief in meinem Text verwurzelt ist. Der Text ist sozusagen ein Text über Bildung und Lernkultur und ist zugleich selbst ein Artefakt meines eigenen Bildungsvorhabens J (PS: Die finale Version wird dann natürlich in diesem Blog veröffentlicht)

Das Ergebnis dessen ist ein Text, der jetzt an Länge gewonnen hat, dafür aber auch an Verständlichkeit. Entsprechend wird es in der letzten geplanten Schleife wohl darum gehen

  • Den Text wieder zu verdichten
  • Themen auszusparen und darauf zu verweisen
  • Unnötige Mutmaßungen zu identifizieren und zu verändern
  • und die noch vorhandenen Argumentationsfehler gerade zu ziehen

!!! Doch da freue ich mich drauf!!!

DANKE

Dieser Blogbeitrag soll natürlich auch informieren und andere für das Format Writers Workshop interessieren, doch im Grund ist es vor allem ein Dankeschön. Ein Dankeschön dass ich sofern ich es schaffe nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten ausdrücken möchte, in dem ich versuche etwas zurück zu geben, an andere die auch diese Art der Unterstützung benötigen. Denn es ist wirklich eine wunderbare Erfahrung, wenn man so klar merkt, dass sich etwas tut und man beginnt zu verstehen.

PS:

Ich habe noch nie so eine gute Begleitung in meiner Akademischen Karriere erlebt, was die Betreuung eines Papers betrifft – dies ist jedoch bis dato nicht primär  dem Konzept WW zuzuschreiben, sondern der Betreuenden Person… Nun bin ich numso mehr gespannt, was das Format noch an zusätzlichen Insights und Benefits ermöglicht.

 

GABRIEL, R. P. (2002). Writers Workshop & the work of making things: patterns, poetry …  Bosteon, Pearson.

 

Bötchen im Neckar

 

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Wie Peter Baumgartner in seinem Blog ausführlich berichtet hat (z. B hier, hier, und hier), tut sich derzeit einiges im Kolleg Life Long Learning (Überblicksinfo Kolleg). Gestern gab es hierzu ein Treffen von Mitgliedern des Kollegs, Mitarbeitern der Donau Uni Krems (DUK) und Freunden des Kollegs.

Im Rahmen dieses Treffens wurde ein Ausblick gegeben, wo sich das Kolleg und das neue Forschungscluster an der DUK hin entwickeln könnte. Besonders spannend dabei, ist die Überlegung, hochrangige Professoren als Berater zu konsultieren, um an der Gestaltung des Kollegs zu beteiligen (Namen sind noch nicht alle offiziell, werden aber sicher zeitnah auf den Seiten des Cluster, auf dem Blog Gedankensplitter von PB oder auf der DUK Seite veröffentlich).

Begeistert hat mich auch die offene Herangehensweise und die Vielfältigkeit der Mitglieder. In dem Cluster treffen sich Kulturwissenschaftler, Informatiker, Pädagogen, Soziologen, Theaterwissenschaftler  und viele Professionen mehr. Da ich nach wie vor zum Thema LERNKULTUR promovieren möchte, scheint es genau der richtige Ort (und auch die richtige Zeit) für mich um durchzustarten. Denn Kultur kann man nie nur aus einer Disziplin denken, insbesondere nicht wenn man Bernds (Bernd Schmid) Anregungen ernst nimmt und versucht in verschiedenen Perspektiven zu denken.

Um es kurz zu machen, ich freue mich sehr auf die Arbeit im Kolleg, im Cluster und auf den Austausch und das Zusammensein mit “der Community”.

 

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