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Posts Tagged ‘Lebenswelt’

Um in guten Kontakt zu meiner Diss. Zukommen finde ich es notwendig auch eine gute Anbindung an Wien zu haben. Nicht nur weil Wien für mich ein unglaublich kreativer Flecken Erde ist, sondern weil ich jedesmal bereichert oder besser reich beschänkt nach Hause fahre. Da derzeit meine Gedanken um Gruppenprozesse kreisen war ich sehr glücklich mit einer Gruppe lieber Menschen unterschiedlichster Professionen, Charakteren und persönlicher Entwicklungsständen drei Tage gemeinsam verbringen zu  dürfen. Gemein ist Allen, dass sie Ihre Ausbildung (en) bzw. Erststudiengänge hinter sich haben und fest in der Arbeitswelt eingespannt sind.

Meine Fragestellungen für dieses Wochenende

  • Da ich die meisten Gruppenmitglieder lange kenne und mich ihnen eng verbunden fühle wollte ich wissen: Wie habe ich mich in ihren Augen verändert (was fällt auf) ? Wie haben sich unsere Bindungen verändert? Wie gehen wir mit Konflikten um?
  • Wie wirken sich meine Selbstversuche zum krisenhaften Lernen aus und wie gehe ich mit diesen Extremsituationen um?
  •  Wenig ist vorbereitet. Wie werden die Abstimmungsprozesse ablaufen und wie zufrieden sind wir mit den Ergebnissen? (more…)
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Ein Blick in unsere Lebenswelt (Husserl, Bredekamp, Bolz, Heidegger) genügt um festzustellen, vieles ist anders als man glaubt. Fernab der großen theoretischen Konstrukten bauen Menschen trotzdem ihr Wissen auf, gehen mit Unsicherheit um und versuchen zu verstehen was „der Fall ist“, was „wirklich ist“ versuchen zu erkennen. (Berger und Luckmann, 2004). In der Wissenschaft werden hierzu Kriterien definiert, wird formuliert was denn eine Tatsache sei (Fleck, 1980) und was eben nicht. Aber was ist das, was keine Tatsache ist?

Ist es deshalb nicht da, nur weil es  bestimmte Kriterien nicht erfüllt? Können wir es ignorieren, nur weil wir es im Moment nicht zu fassen kriegen? Es gibt eine schöne Geschichte von Paul Valerie mit dem Namen Eupalinos. Darin führt Sokrates ein fiktives Gespräch im Hades und wird mit seiner Jugend konfrontiert. Damals fand er ein Ding am Strand, dem er mit keiner seiner Fragen Herr werden konnte. Dies hätte ihn gezwungen an seiner Überzeugung zu zweifeln … also schmiss er das Ding zurück ins Wasser und vergas was passiert war. Die meisten von uns wissen J er wurde ein großer Denker.

Bezogen auf unser heutiges Leben scheinen starke Gefühle, die gern zitierte Liebe das beste Beispiel. Wir können bis heute in der Wissenschaft noch nicht fassen was Liebe wirklich heißt. Wir können Wirkungen beschreiben, wir können Symptome beschreiben aber ähnlich wie beim Wissen versuchen wir das „Ding“, die Liebe funktional zu beschreiben ohne zum tiefsten Kern vorzudringen. Dürfen wir sie trotzdem ignorieren, wo wir doch zumindest annehmen, dass dieses Phänomen „Liebe“ das Leben vieler Menschen maßgeblich beeinflusst? Haben die von uns genutzten Modelle eine wirkliche Aussagekraft, wenn ein zentraler Faktor ausgeblendet wird, weil er nicht zu fassen ist.

Beim Schreiben dieser Zeilen muss ich an das Modell der Black Box von Skinner denken, bei dem er nur Impuls und Wirkung betrachtete. Viele seiner Annahmen konnten erst mit besseren Analysen durch Kognitivismus und medizinische Untersuchungen näher betrachtet und zum Teil revidiert werden. Die Auswirkung auf die Art des Lernen war jedoch trotzdem enorm, die Richtung des Behaviorismus findet immer noch Anhänger.

Und ein Umdenken kam erst mit dem inzwischen inflationär gebrauchten Ansätzen der Konstruktivisten (deren Ideen jedoch häufig auch schon wieder mit anderen Gedanken gepanscht wurden). Doch darum geht es nicht. Die Frage lautet, können wir es uns erlauben wichtige Aspekte unserer Welt einfach zu negieren oder in eine Black Box zu verbannen? Was geht uns damit verloren? Und mit Blick auf die Lebenswelt, wieviel ärmer wird unser Leben dadurch?

Dies ist jetzt nicht das Plädoyer für eine rein sinnlich ausgeprägte Art der Forschung, sondern die Forderung nach mehr Courage. Nach der Courage, der Welt immer wieder neu entgegen zu treten und wahrzunehmen, die blinden Flecken zu suchen und dafür einzustehen!

Für viele Hinweise und die Vermittlung dieser Einsicht bin ich zwei wunderbaren Menschen sehr dankbar, deshalb dieser Beitrag.

BERGER, P. & LUCKMANN, T. (2004) Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit,   20. Auflage Frankfurt, Fischer Taschenbuch Verlag.

FLECK, L. (1980) Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, (original work published 1935) Frankfurt, Suhrkamp.

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Wie zurecht angemerkt war die Aussage meiner letzten Grafik sehr beschränkt und die Pfeile und Striche stellten keinen wirklichen Mehrwert dar. Die nachfolgende Darstellung greift diese Kritik, verändert dadurch jedoch auch ihre Botschaft.

Botschaft:

Die äußeren Ovale symbolisieren Disziplinen die in enger Verwandtschaft oder Tradition miteinander verbunden sind. Je Perspektive/ Tradition werden unterschiedliche Forschungsmethoden, und Modelle  genutzt, sowie unterschiedliche Kriterien an Beweise und Tatsachen gestellt (vgl. Fleck, wissenschaftliche Tatsache).

Die daraus resultierende divergierende Sprache, kann bei gleichen Begriffen zu vier arten von Beziehung führen

1.) Fachtermini (FT) der Disziplin A deckt sich mit FT der Disziplin B (=)

2.) FT A is ähnlich FT B

3.) FT A ist unabhängig/ hat keine Schnittmenge mit FT B

4.) FT A ist gegensätzlich zu FT B

Dies wird durch die viel Bereiche um den Wissensbegriff symbolisiert.

Verkürz gesagt:

=> Unterschiedliche Sprache bzw. Kommunikationselemente führen zu einer unterschiedlichen Wahrnehmung (radikaler Konstruktivismus wird hier nicht angenommen), somit kann nicht von einem einheitlichen Wissensbegriff gesprochen werden.

Belege folgen nach Ausformulierung in der wissenschaftlichen Arbeit.

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Ein Kompliment

Zu allererst möchte ich das tolle Konzept, die gelungene Umsetzung und die gute Organisation loben. Mir hat es in den LernZeitRäumen sehr gefallen, dafür einen herzlichen Dank an alle Beteiligten! Wenn ich darf, komme ich gerne wieder.

Impulse

Damit komme ich aber auch schon zu den für mich relevanten Impulsen bzw. Themen, die medialen Aspekte sollen dabei ausgespart werden, dies würde hier den Rahmen sprengen. (Einbindung Twitter, Etherpad, Querkommunikation etc.). Ähnlich wie Christian nehme ich die Frage der Haltung als einen zentralen Punkt heute war und verbinde diesen mit den Fragen: Was ist die Aufgabe des “Lehrenden”, wann schreitet er ein bzw. gibt Unterstützung, wie erfolgt das relevante Feedback (Noten werden ja keine Vergeben). Einige konkrete Hinweise wurden gegeben, ich habe sie allerdings noch nicht wirklich verstanden -> Nacharbeit.

Auch die Rolle der Eltern und ihre Verantwortung für die Mit-Gestaltung der Schule, die Unterstützung ihrer Kinder war ein wichtiges Thema. Es wurde angeführt, dass meistens die Eltern in die Sprechstunden kommen, deren Kinder sich besonders positiv entwickeln, die Eltern von “Problemkindern” jedoch ihre Anwesenheit vermissen lassen. Es liegt der Schluss nahe, dass sich manche Eltern mehr für ihre Kinder engagieren als andere. Doch aus meiner Sicht greift diese Feststellung zu kurz, ich ertappe mich bei dem Versuch wieder Gesellschaftskritik üben zu wollen, die Tagesschule gar als Symptombekämpfung für ein viel grundlegenderes Problem zu sehen (hiermit kritisiere ich ausdrücklich nicht die Arbeit der Lehrer, sondern das gesellschaftliche Konzept). – Das eigentliche Übel scheint die Ausrichtung des Lebens auf die Arbeit. Steigende Arbeitsstunden bei Professionellen, das Arbeiten in der Freizeit für die Firma, die ständige Erreichbarkeit bzw. Verfügbarkeit (Be-Stellbarkeit würde Heidegger wohl sagen) – wo soll da die Zeit für die Kinder herkommen? Und wenn die Zeit schon nicht da ist, dann sollen die Kleinen brav in die Schule gehen, da kann man sich als Elternteil wenigstens einreden, die Kinder wären nicht auf einen angewiesen. – Da ich keine persönlichen Erfahrungen gemacht habe, sind diese Ausführungen primär als Meinung zu verstehen, und nicht als bewiesene Tatsachen! Dabei lasse ich mich von der schönen Erinnerung leiten, am Nachmittag mit meinen Freunden auf einem beliebigen Bolzplatz eine Runde Fußball zu spielen, und dies so lange ICH wollte.

Nun aber zu einem Bereich in dem ich sicherer agieren kann, die Frage nach der Rolle der Schule. Wozu brauchen wir LernZeitRäume oder Vorlesungen? Wo liegt bezogen auf erwachsene Studenten der Vorteil einer Vorlesung gegenüber einem Video. Wofür bedarf es einer physischen Hochschule, wo wir doch Virtuelle Hochschulen haben (Bayern oder I-Tunes University), Fernunis (Hagen) und … das Internet an sich. Ich glaube MOOCs können uns hier einen wichtigen Hinweis geben, es geht um soziale Interaktion, um Räume der Begegnung und um ein Ritual. Im Publikum wurde heute kurz über Vorlesungen diskutiert, deren unbestreitbarer Vorteil darin liegt, dass man davor und danach mit den Kommilitonen einen Kaffee trinken kann – also soziale Interaktion stattfindet. Dies schafft Verbindlichkeit, begründet Lerngruppen und regt so zu Diskussionen und einer gemeinsamen Wissenskonstruktion an (vielleicht entstehen sogar Freundschaften). Passiert dies mit Studenten aus anderen Ländern, findet sogar noch ein interkultureller Austausch statt.

Dies führt zu … (und an der Stelle bin ich jetzt zu müde, werde hier zeitnah eine Fortsetzung schreiben, – Gerne Kommentare zum Zwischenstand)

 

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Ein Novum, zwei der wohl derzeit “heißesten” Barcamps Deutschlands an aufeinanderfolgenden Tagen in Köln, dies Mitte März 2012.
Die Rede ist vom 10. Educamp und vom 4. bzw. 1. Knowledgecamp, zusammen mit dem 1. Bibcamp .

Da ich bei den letzten Barcamps eher passiv war, hatte eben einfach zu wenig vorbereitet, hier meine  Vorsätze für die 3 Tage in Köln:

  • Film der Talkrunde mit Ellen Trude, Oliver Tacke und Ralf Hilgenstock fertig schneiden und bis zum 10.03. auf Vimeo veröffentlichen (… hier macht der rote Faden noch Probleme)
  • In Köln 4 neue Talkgäste finden und einen Talkrunde moderieren und aufzeichnen -> WER MÖCHTE DIESMAL DABEI SEIN???
  • 1 Session anbieten zu meinen Studiumsinhalten Medien Wissen und Lernen
  • 1 Session anbieten/ begleiten zu iBook 2 und modernsten Lerntools
  • 1 Der Frage nachgehen, was AUSSER Medien als entscheidend für den Lernerfolg gesehen werden kann. Ggf. hier auch Interviews durchführen als Anhang für meine MT

Bei diesen eher “quantitativen Zielen” soll aber eines nicht auf der Strecke bleiben … der Spass am Lernen und Weiterbilden. Denn ich erinnere mich gerne an mein erstes Barcamp in Karlsruhe (knowledgecamp), ich habe viel gelernt, tolle Leute kennengelernt (insbesondere aus Mannheim) und war motiviert wieder zu studieren. Es wurde dort sozusagen der Grundstein gelegt wieder die “Vorlesungsbank zu drücken”.

Ich erinnere mich aber auch, dass wir damals (2009) uns mehr Gedanken über Kultur, über emotionale Bedürfnisse und dergleichen mehr gemacht haben. Dies sollte in Köln aus meiner Sicht wieder auf die Agenda. Damit möchte ich diese den Camps in Bremen und Bielefeld nicht absprechen, bei mir kamen die Themen jedoch gerade zu kurz. Wodurch ist dies getriggert wird sich der eine oder andere Fragen, der meinen letzten Beitrag gelesen hat. Von der Frage ob das Modell/ die Institution Schule noch Zukunft hat, so wie wir es derzeit denken. Ich stimmte McLuhan und Postman zu, die Welt hat sich geändert, wir sind von Medien umzingelt. Es nützt uns nichts die Augen zu schließen und laut zu denken “Wenn ich Dich nicht seh, dann siehst Du mich auch nicht”. Denn jeder Lehrer nutzt ja die Medien, zumindest privat. Oder meldet sich einer der weder Zeitung liest, noch Bücher, der keinen Fernseher besitzt, kein Mobiltelefon und keinen Computer…

Exkurs

Und vor allem dies muss ja nicht schlecht sein. Um einen Gedanken von Norbert Bolz aufzugreifen, die These der Turing-Galaxis folgende Überlegung. Alles Digitale lässt sich herunterbrechen auf einen binären Code von 0 und 1. Damit werden über Interfaces nichts anderes bedient als Algorhytmen. Diese sind mathematische Operationen, was uns eine Brücke baut zur Welt der Ideen der alten Griechen (Aristoteles etc.). Denn er siedelte die Mathematik dort an, um im Höhlengleichnis zu sprechen, außerhalb der Höhle, also im Licht. Diesem Gedankengang folgend können wir die “mediatisierte Welt” wie Hepp sie nennt, als eine Chance der Erkenntnis sehen. Warum tun wir dies so selten und fragen uns (zumindest in der Pädagogik) immer mit welchen Gefahren wir hier konfrontiert werden. Damit möchte ich nicht sagen, dass dieser Gedanke falsch wäre, er ist sogar wichtig. Doch setzt er zu spät an. Wenn wir Kritik üben wollen, dann bitte an der Technisierung, an den Mechanismen die uns die Sicht verstellen auf das Wesentliche. Martin Heidegger hat in seinem Aufsatz “Die Technik und die Kehre” bereits vorgemacht wie dies aussehen könnte, indem er den Begriff des Ge-Stells prägte und uns auf das Entbergen aufmerksam macht. Er erklärt sogar noch was er als “Un-Verborgenes” sieht und wie technische Methoden und Geräte dieses letztlich unterbinden.

Dabei komme ich jedoch zu einem anderen Schluss. Mir geht es nicht darum die Technik zu brandmarken (und bei genauem Hinsehen kommen einem auch Zweifel ob Heidegger wirklich ein Technikgegner war!), sondern darauf aufmerksam zu machen, dass Technik uns Entscheidungen abnimmt, also vorselektiert. Unsere Spielräume werden dabei enger und häufig ertappt ich mich dabei, zu faul zu sein es anders zu denken. Die Kontingenz, das was wäre wenn wirklich ernst zu nehmen.

… Jetzt habe ich mich jedoch in eine Richtung verrant, die dieser Beitrag nicht bis zum Ende verfolgen kann. Da ich meine Posts auch als Anregungen für später nutzen möchte, lasse ich es trotzdem stehen und Kehre an dieser Stelle zu den Barcamps zurück…

Um es auf den Punkt zu bringen. Ich möchte der Frage nachgehen wie wir Medien wahrnehmen, wie wir eine positive Einstellung zu Ihnen finden und die Komplexität unseres Lebens reduzieren können ++++ freu mich auf tolle Menschen, wertvolle Hinweise und die nächsten Schritte in Richtung Wissenschaft.

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