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Posts Tagged ‘Ideen’

Die letzten Tage in Krems haben viele neue Gedanken losgetreten und für mich für viel Klarheit gesorgt. Ein Grundproblem meiner bisherigen Überlegungen wurde offenbar – ich kann Lernkultur nicht aus der Summe der Elemente ableiten. Mit Bezug zu dem Vortrag der 8. Forschungswerkstatt (Synergeit; Schiepek) und den Anregungen von Prof. Baumgartner (Goffman, Bateson) wurde klar, die Elemente und die Lernkultur liegen auf zwei unterschiedlichen Ebenen (Systemebenen, Netzwerkebenen etc.), entsprechend kann ich die Muster von Lernkultur nicht aus den Elementen ableiten.

Statt dessen muss ich meinen Blick auf die Emergenten Aspekte lenken und mit Hilfe der o.g. Autoren versuchen die “Makro-Muster-Ebene” greifbar zu machen.

Bei gutem Kaffee und die Impulse einer sehr klugen jungen Dame im Ohr kamen mir folgende Gedanken:

– Kann ich den Forschungsbereich nicht auf “(transformative) Bildungsprozesse” eingrenzen, also somit Faktenlernen etc. ausgrenzen?
– Kann “Lernkultur” nicht eine Bedingung, eine Möglichkeit sein krisenhaftes Lernen zu unterstützen, also dazu beizutragen dass der Bildungsprozess gelingt?
– Wenn dem so sei, könnte dann nicht der Vergleich verschiedener Akademien die “Bildungsprozesse für Ihre Klienten versprechen” sogar eine empirische Basis sein um “Lernkultur-Makro-Muster” zu beschreiben und ihre Auswirkung auf das Gelingen der Transformation zu analysieren

 

Und natürlich machen diese Überlegungen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Doch habe ich nun ein sehr gutes Gefühl, da mir langsam klar wird wo die Reise hingehen kann.

An dieser Stelle vielen Dank an die zwei Personen, die mir hier auf die Sprünge geholfen haben!

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I don´t know who discovered water, but it certainly wasn´t a fish.” (Marshall McLuhan)

Was hat dieses Zitat mit Medien zu tun?

Marshall McLuhan versuchte damit zu verdeutlichen, dass wir alle in einer Umwelt leben, die voller Medien ist. So wie der Fisch das Wasser zum Leben braucht, brauchen wir die Medien. Und wie die Fische wollen oder können viele von uns Menschen das nicht wahrhaben, sind sich also dessen nicht bewusst.

Die obigen Ausführungen sind aus zwei Gründen für mich relevant. Zum einen Versuche ich eine Struktur in die Betrachtung von Medien zu bekommen (1), zum anderen möchte ich Medienwirkungen auf das Lernen beschreiben (2).

Zu 1
Nach der gängigen Literatur (Quellen wie Hepp, Faulstich, Bolz reiche ich nach) werden Medien vor allem aus zwei Perspektiven bzw. Überzeugungen heraus gedacht. Zum einen Medien die als Mittler, Mediator also als Transportmedium im eigentlichen Sinne gedacht werden. Nicht ganz korrekt aber einfach zu verstehen ist hier das Beispiel des Telefonanrufs oder des Briefs. Eine Nachricht wird von einem Sender A zu einem Empfänger B transportiert. Es kommt ein Teil der angestrebten Inhalte beim Empfänger an und er interpretiert weitere hinzu (z.B. eine Intention). Aus dieser Perspektive wird vor allem in der Pädagogik gedacht. Das Medium soll einen Inhalt I, an die Schüler B1, B2, B3 etc. vermitteln. Das Medium ist also ein Tool.

Zugleich stellen die Medien, überwiegend die Massenmedien aber auch die einen Teil unserer Umwelt dar. Sie kommen also nicht nur im Unterrichtskontext vor, sondern Schüler nutzen in der Freizeit das Internet oder hören MP3s beim Joggen. Dieser zweite Aspekt wird in der Pädagogik in meiner Wahrnehmung meistens zu wenig berücksichtigt. Dabei können wir doch feststellen, dass Handy, IPhones, Notebooks, Tablet PCs, IPads, Radio … Reklametafeln, Schaufenster etc. in immer mehr Bereiche unseres Lebens vordringen, und dies auch noch immer häufiger. Ohne jetzt auf Gründe wie Preisentwicklungen etc. eingehen zu wollen hierzu noch der Kommentar von Norbert Bolz in Bezug auf Email: “Kommunikationstechnologien treten mit einem sozialen Anschlußzwang auf dem sich letztlich niemand mehr entziehen kann. Ohne Netzadresse gilt man heute als Irrläufer der Medienrevolution” (Bolz, Weltkommunikation 2001 S. 8). Taking this into account, können wir Schule nicht mehr ohne eine mediendurchsetzte Lebenswelt (siehe Husserl und Habermas) denken. Es ist eben nicht vergleichbar mit dem Lehrer  (hier ist jetzt explizit der Berufsstand gemeint, in einer speziellen Rolle) , der nur im Schulkontext existiert und dem man danach vielleicht als Nachbarn wahrnimmt. Die Massenmedien sind immer dar, und das was wir über die Welt wissen, oder zumindest das meiste Wissen wir aus den Massenmedien (Luhmann).

Angenommen die o.g. Überlegungen sind richtig, müssen wir auch in der Lehre anfangen Medien in verschiedenen Dimensionen zu denken. Und dabei sind wir plötzlich mit dem Gedanken von konfrontiert, dass Schule (so wie wir sie als Institution gerade denken) obsolet ist. Lynch brachte es 2002 auf einen Satz:  “These media in Mc Luhans view, would ultimately lead to students liberation from schooling and thus to the end of the school as an institution. ” (LYNCH, J. What can we learn from Mc Luhan? Electronical communication technologies and the future of schooling. In:  JEFFREY, P., ed. Conference Paper AARE 2002, 2002 Melbourne. 1-16.) Auch Neil Postman merkte 1982 schon an, dass die Schule der letzte Hüter der Schriftkultur sei. In seiner Sicht werden junge Erwachsene (er schrieb ja auch über das verschwinden der Kindheit 🙂 ) aus einem Leben im 20. Jahrhundert während der Schulstunden zurück in das graue 19. Jahrhundert versetzt. Texte sind linear, das Leben wir nur noch indirekt vermittelt …

Doch wie tun wir das? Auf welcher Ebene setzen wir an?

Vielleicht mit der Luhmann eigenen dritten Dimension von Medien, mit symbolisch generalisierten Massenmedien, die sich am Erfolg orientieren. … Leider bin ich noch nicht soweit das Konzept wirklich verstanden zu haben, drum springe ich zurück zu Bolz. Er macht uns klar, dass es uns nicht an Informationen (bzw. Daten) mangelt, sondern an Orientierung (und um Bernd Schmid zu ergänzen, an Sinn). Könnten wir als Pädagogen uns Gedanken machen wie wir dabei helfen Orientierung zu geben und Lernende dazu befähigen sich selbst zurecht zu finden, ja vielleicht sogar für sich einen Sinn zu finden? Könnte es sein, dass wir Faktenwissen zu Hauf in technischen Systemen speichern, aber den Zugang dazu nicht adäquat vermitteln? Prinzipien und Muster auf der Strecke bleiben – es gibt ja schließlich jedes Schuljahr Fakten eines Weltjahres mehr…

Okay gut, ganz können wir nicht auf Fakten verzichten, und vor allem nicht auf Geschichten. Man stelle sich vor, jedes Wort eines Textes müsste gegoogled oder via Wikipedia nachgeschlagen werden. Die Rezeption einer Seite würde dann Stunden in Anspruch nehmen (wie manchmal zumindest gefühlt bei Niklas Luhman…)

Die Antwort lässt noch auf sich warten, genauso wie Teil II, die Auswirkungen auf die Schule im konkreten.

Doch da ich mich als BloggerNewby fühle, probiere ich einfach mal aus, was mit einem halbfertigen Artikel geschieht, welche Hilfestellungen mir gegeben werden…. ich verbleibe gespannt und warte erstmal auf Kommentare ….

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