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Posts Tagged ‘Erfahrung’

Um in guten Kontakt zu meiner Diss. Zukommen finde ich es notwendig auch eine gute Anbindung an Wien zu haben. Nicht nur weil Wien für mich ein unglaublich kreativer Flecken Erde ist, sondern weil ich jedesmal bereichert oder besser reich beschänkt nach Hause fahre. Da derzeit meine Gedanken um Gruppenprozesse kreisen war ich sehr glücklich mit einer Gruppe lieber Menschen unterschiedlichster Professionen, Charakteren und persönlicher Entwicklungsständen drei Tage gemeinsam verbringen zu  dürfen. Gemein ist Allen, dass sie Ihre Ausbildung (en) bzw. Erststudiengänge hinter sich haben und fest in der Arbeitswelt eingespannt sind.

Meine Fragestellungen für dieses Wochenende

  • Da ich die meisten Gruppenmitglieder lange kenne und mich ihnen eng verbunden fühle wollte ich wissen: Wie habe ich mich in ihren Augen verändert (was fällt auf) ? Wie haben sich unsere Bindungen verändert? Wie gehen wir mit Konflikten um?
  • Wie wirken sich meine Selbstversuche zum krisenhaften Lernen aus und wie gehe ich mit diesen Extremsituationen um?
  •  Wenig ist vorbereitet. Wie werden die Abstimmungsprozesse ablaufen und wie zufrieden sind wir mit den Ergebnissen? (more…)

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Am 22/23. Nov. 2012 fand an der DUK die 8. Forschungswerkstatt statt (Beschreibungen und Ankündigungen siehe hier, hier und hier)

Thema der Forschungswerkstatt war die “Effektivität von Netzwerken”. In den Vorträgen wurden verschiedene Modelle zur Untersuchung von Netzwerken diskutiert, insbesondere die Überlegungen von Schiepek, zusammengefasst unter dem Begriff der Synergetik (ausführliche Dokumentation des Konzeptes als Buch, siehe hier). Die beiden Referenten Peter Weber und Johannes Katsarov vom IBW in Heidelberg stellten dieses Konzept dar und zeigten auf, wie man Netzwerke praktisch analysieren kann. Insbesondere die Überlgungen von Frederik Vester wurden hier wieder aktuell – ähnlich wie bei der Wissensbilanz made in Germany (auch hier kommt Vester systemisches Denken bei der Analyse der Wirkungen zwischen Einflussfaktoren zur Anwendung). Die Referenten stellten außerdem verschiedene Tools vor – deren Funktionsumfang jedoch fast komplett (und an manchen stellen sogar besser, da Zeit- und Ressourcenkomponente besser eingeflochten) von der Wissenbilanz-Toolbox geleistet werden kann (kostenloser Download hier). (more…)

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Als Medienpädagoge vertrete ich die Meinung, dass eine Präsenzveranstaltung das reichhaltigste Angebot zum Lernen zur Verfügung stellt und als am „reichhaltigsten“ eingeschätzt werden kann. Und natürlich sprengen Medien die Grenzen der Anwesenheit, zwingen zu einer neuen Grenzziehung, einer neuen Unterscheidung von hier und dort (Meyrowitz, 1985, S. 320.). Anwesenheit wird zunehmend durch kommunikative Erreichbarkeit ersetzt, womit die Kontexte häufig erklärungsbedürftig (er) werden (Bolz, 2007, S. 118.). Situationsvariablen wie gemeinsamer Lernort oder Präsenz entfallen. Nach Luhmann sinkt bei fehlender Anwesenheit in einer konkreten Situation die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kommunikation mehr Personen erreicht, wobei sich die Unwahrscheinlichkeiten* wechselseitig verstärken (2009, S. 30 f.).

Bei der heutigen Kreidezeit (Link hier) habe ich jedoch für mich eine völlig neue Erfahrung gemacht. Das eigentliche Lernen fand nicht durch das live zuhören (ich war vor Ort) statt, sondern im Chat über Skype. In diesem Chat gab es kein Video, sondern ausschließlich der Austausch von einigen wenigen Bildern wurde genutzt um einen Eindruck der Atmosphäre zu geben. Trotz der Reduktion auf Text, auf das geschriebene Wort lag die Aufmerksamkeit bei meinem Gegenüber und eben nicht bei Gunter Dueck (@wilddueck) im Raum.

Es war also nicht so, dass Twitter, Titanpad, Stream und vor allem Skype eine Ergänzung zu dem Liveevent wären, sondern das Liveevent war Impulsgeber für den Chat, in dem das eigentliche Lernen stattfand. Das Ranking sah dann wie folgt aus

Zitat: „Bei der Diskussion merkt man doch grad deutlich, was einer Person wirklich weiterhilft – wir haben hier vortrag, face to face diskussion, twitter diskussion und unserer diskussion und die reihung ist bei mir grad völlig klar

1. die disk. mit dir (gemeint bin ich als Chat-Partner)
2. dann die disk vor ort/die da grad reden
3. irgendwann dann twitter (und die tweets werden ja auch nicht aufgegriffen)“

Ein Blick auf diese Rangliste hat für uns die Frage aufgeworfen, welchen Stellenwert die Beziehung zu seinem Gegenüber hat. Wie nahe man sich steht, ob/ wie man sich aufeinander einlassen kann.

Dieser Frage möchte ich in den nächsten Tagen nachgehen. Denn zum einen scheint sie mir wichtig bei der Frage was unsere Kinder Lernen sollten, wie eine Bildung im 21. Jahrhundert aussehen soll – und zum anderen passt es gut zu meinem Neuen Steckenpferd: – wait for it – „Lernkultur“

* 1.) Unwahrscheinlichkeit, daß einer überhaupt versteht, was der andere will 2.) Unwahrscheinlichkeit des Erreichens von Empfängern 3.) Unwahrscheinlichkeit des Erfolgs von Kommunikation (wobei hier die hohe Bedeutung der Anwesenheit hervorgehoben wird, da auf Abläufe innerhalb von Interaktionssystemen unter Anwesenden abgestellt wird).

BOLZ, N. (1995) Am Ende der Gutenberggalaxis,   2. Auflage München, Wilhelm Fink Verlag.

BOLZ, N. (2001) Weltkommunikation,  München, Wilhelm Fink Verlag.

BOLZ, N. (2007) Das ABC der Medien,  München, Wilhelm Fink Verlag.

LUHMANN, N. (2009) Soziologische Aufklärung 3, (original work published 1981)  5. Auflage Wiesbaden, VS Verlag.

MEYROWITZ, J. (1985) No sense of place: The impact of electronic media on social behavior,  Oxford, Oxford University Press New York.

PS: Außerdem hat Christian darauf hingewiesen, dass am Ende vieler Informeller Gespräche derzeit die Frage der “Haltung” auftaucht. Auch dies ist mir zeitnah einen Artikel wert – würde mich freuen hier in eine Diskussion zu kommen.

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Mosaikisch zur Wissenschaft

Was uns prägt sind bestimmte Menschen, besondere Ort und Erlebnisse die unseren Horizont erweitern. Je mehr ich über die vergangene Woche in Wien nachdenke umso deutlicher wird mir – alles war dabei. Und auch wenn es die Menschen waren die mich geprägt haben, die klugen Anregungen und der besondere Stil, so waren es doch auch die Orte. Wien ist für mich ein Ort, an dem die Gedanken fliegen, ein Ort der Inspiration und einer besonderen Freiheit.

Doch es ist auch ein Ort, zu dem ich eine gewisse Distanz brauche um die Impulse zu verarbeiten… Zurück in Heidelberg wird mir klar welch wunderbare Chancen sich gerade auftun. Die Mitarbeit in einem sehr spannenden Cluster, die Chance in einem umsichtigen Kolleg meine Überlegungen zu präsentieren, zu diskutieren um sie anschließend zu schärfen. Aber auch die Chance direkt in einer anderen Kultur über Lernkultur nachzudenken, darüber nachzudenken wie GER und AUT unterschiedlich an die Dinge herangehen. Mein Eindruck ist, dass in AUT in der Wissenschaft mehr Herz stecken darf, mehr von der Person, mehr von den Überzeugungen. Es wird offen gelegt, dass Menschen immer aus bestimmten Perspektiven auf eine Sache blicken … und die jeweiligen Erfahrungen auch prägend sind.

An mir selbst habe ich an einem konkreten Beispiel festgestellt, dass aus meiner Sicht nicht ist, was nicht sein darf. Das Paradigma, das Ziel gibt vor was wahrzunehmen ist und in welcher Range sich die Ergebnisse zu bewegen haben. Doch was ist, wenn die Ergebnisse nicht in den vorher definierten Raum passen? – In Österreich scheint man sich damit auseinander zu setzen … das ist erstaunlich, denn ich ertappe mich zunehmen beim Vorgehen des Eupalinos (VALÉRY, P. (1932) Eupalinos: or, The architect,  Oxford University Press, H. Milford.), werfe zurück ins Meer was ich nicht verstehe, ignoriere was ich finde.

=> Wenn ich mir etwas als Wunsch für die nächsten drei Jahre der Diss. wünschen dürfte. Ich würde mir wünschen einen guten Umgang mit Dingen/ Erlebnissen/ Sachverhalten zu finden die ich nicht verstehe, insbesondere die Geduld die Dinge auf mich zukommen zu lassen und nicht vorschnell Schlüsse zu ziehen.

Oder wie es Marshall Mc Luhen aufzeigte, die Welt als Mosaik zu verstehen, welches nicht ein eindeutiges/ vorhersagbares Muster besitzt.

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