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Posts Tagged ‘#ecco12’

Im Rahmen des Educamps habe ich eine Session zu Wissen, Medien und Lernen angeboten. Die methodische Kritik dazu findet sich hier, nun möchte ich auf die Inhaltlichen Aspekte eingehen, siehe hierzu auch das Etherpad der Session.

Mein Eindruck war …

  • dass sich viele Teilnehmer von der Vielzahl der Definitionen des Medienbegriffs erschlagen fühlen
    • dabei jedoch zum Teil sehr alte Mediendefinitionen dominieren (Medien ausschließlich als Mittler)
    • Definitionen aus Reflex kritisierte werden (… es gibt doch garkeine Individualmedien…)
  • dass der Begriff Wissen sehr undifferenziert verwendet wird bzw. keine Unterscheidung von Informationen und Wissen vorgenommen wird
  • die Unterscheidung von Wissen, Wahrheit und Tatsache bei vielen als relevant wahrgenommen wurde
    • es einigen Teilnehmer jedoch schwer auszudrücken, warum sie bestimmten Informationen trauen und anderen nicht (Bsp. ARD und AlJasira) – > also mit Fleck gefragt, was ist eine wissenschaftliche Tatsache, wie werden Informationen validiert?
    • Siehe auch Luhmann, “alles was wir wissen, wissen wir aus den Massenmedien.”

Welche Anregungen nehme ich mit?

Zum einen war es für mich sehr spannend über meine Definition und die Kategorien für “Kontingente Medien” zu diskutieren. Es schien nicht nachvollziehbar, warum man aus Lehrperspektive über die Kategorien Anpassbarkeit, Verfügbarkeit, Content und Kommunikationsmodus ein Medium einordnen kann. Siehe hierzu die nachfolgende Darstellung:

Individual-Medien, Massen-Medien und Kontingente-(Digitale)-Medien

Definitionen:

Individual-Medien
Als Individualmedium ist ein zumeist technisches Kommunikationsmedium (2. Ordnung) bezeichnet, welches sich an eine Kleinst- bzw. Kleingruppe wendet, das in der Regel an den Nutzer angepasst bzw. personalisiert werden kann und keinen eigenen Content mitliefert.

 Massen-Medien
Massenmedien wenden sich an ein breites Publikum als Empfänger, es existiert nur ein Sender, welcher die Inhalte liefert, das Medium kann kaum vom Benutzer angepasst werden und ist aus technischen und rechtlichen Gründen (Urheberrecht) in der Verfügbarkeit eingeschränkt.

Kontingente-(Digitale)-Medien
Wird im folgenden von einem kontingenten (digitalen) Medium gesprochen, so sind damit technische Medien bezeichnet, welche Inhalte digital speichern und repräsentieren, sowohl von Kleinstgruppen wie auch von größten Organisationen genutzt werden können, an die jeweiligen Bedürfnisse durch fortgeschrittene Benutzer anpassbar sind (ggf. Opensource) und die Inhalte anbieten, die genutzt werden können, aber nicht müssen und die sich der Philosophie des partizipativen Web (Web 2.0 Kultur) zugeneigt sehen.

Außerdem nehme ich den Hinweis auf das CBAM-Modell (Concerns-Based Adoption Modell) gerne auf (- Danke Anja!). Wie ich dies in meiner Arbeit verwende ist noch diffus. Auf alle Fälle ist es ein Ansatz für ein empirisches Herangehen, welches sich ggf. an die Arbeit anschließt.

Wie unschwer zu erkennen ist, versuche ich mich den Spuren einer kritischen Medientheorie zu folgen, die Dinge auch mal anders zu denken und nach den “blinden Flecken” zu fragen. Hierzu finde ich den Linktip zu SocialWebPathologies sehr spannend, dort wird ebenfalls versucht hinter die Kulissen zu kucken.

… bezogen auf die Wirkung von Medien auf das Lernen blieb dann noch folgendes bei mir hängen:

  • Medien verändern die Art wie Lerngruppen agieren (Cooperation, Connectivism und George Siemens)
  • Der gleiche Beitrag von ARD wirkt jeweils anders, wenn er am Fernseher, am Computer über die Mediathek, am Computer über YouTube (Kommentarmöglichkeiten), am Smartphone über den Browser, am Smartphone über ein App angeschaut wird.
  • Über Foren und andere Aggregations- und Suchmöglichkeiten ist es möglich, die Gruppengrößen deutlich zu erhöhen => es können mehr beteiligt werden, translokale Kommunikation definiert die Grenzen der Anwesenheit neu (oder  um mit Bolz zu sprechen, Anwesenheit wird durch Verfügbarkeit ersetzt -> was auch direkt aus der Heideggerschen Perspektive des Be-Stellens bzw. des Ge-Stells zu betrachten ist!!!)
  • Wir vertrauen nicht dem Medium, sondern der Institution oder der Person, welche die Inhalte produziert. Was heißt dies für Gruppenarbeiten?
  • Zitation, Creative Commons … in beiden Fällen wird wert auf die Namensnennung gelegt, dies ermöglicht zumindest ansatzweise Überprüfbarkeit. Wie gehen wir mit Inhalten um, von denen wir nicht wissen woher sie stammen -> OER???

Was fange ich jetzt damit an? Was wünsche ich mir?

Die Anregungen und Wirkungen nehme ich in meine Mindmap zu Wirkungen von Medien auf Lernen und arbeite diese zeitnah auf. Parallel diskutiere ich mit Interessierten weiter, ob meine Annahmen plausibel sind, welche Aspekte noch zusätzlich beleuchtet werden sollten …. und hole mir damit ein gutes Gefühl und Extra-Drive 🙂
Darüber hinaus werde ich einige Überlegungen/ Inhalte zeitnah auf meiner Wikiversity Seite einstellen und würde mich sehr freuen über Kommentare und weitere Kritik. Denn seit Samstag ist mir wieder klar – ich bin ein Fan von gut begründeter, konstruktiver Kritik!

Verwandte Session auf dem Educamp in Köln:

Bring your own Device von Mandy Schiefner: hier
V
orstellung Edutags (Social Bookmarking für Bildungsinhalte): hier
Welche Kompetenzen brauch ein Lehrer: hier
Lizenzen für offene Bildungsinhalte/ Open Educational Ressources (OER): hier
Definitionen für Open einer “Corporate Open University”: hier

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Im Rahmen der Diskussion zur Identität 2.0  von Thomas Bernhardt wurde mir klar, dass es bei social media auch im professionellen Kontext erlaubt ist die persönliche Seite zu zeigen. Meine Forderung, man möge persönliche Befindlichkeiten, Etappenziele der Reise etc. z.B. bei Twitter unterlassen stieß auf Verwunderung….

Es war für mich spannend zu erfahren, wie die einzelnen Teilnehmer mit dem Thema umgehen. Ich Musste dabei an die Rollsenteilung von Bernd Schmid denken (Organisation, Professionell, Privat). Und um ehrlich zu sein bin ich mir noch nicht sicher ob ich es gut finde diese Rollen so stark zu vermischen – vielleicht bin ich einfach zu altmodisch.

Während ich dies schreibe muss ich an ein Zitat von Norbert Bolz denken, Öffentlichkeit/ Freiheit braucht auch Privatsphäre. Es muss einen geschützten Raum geben, indem ich angstfrei kommunizieren kann. Doch ist dies zwingend eine andere Rolle, oder geht es nicht vielmehr um ein Abstufung der Verfügbarkeit der Informationen. Ich bleibe der gleiche, aber nur die Menschen denen ich vertraue, die mir wichtig sind erhalten Zugang zu meinem Innenleben. Machen wir es ganz platt, jeder kann meine Adresse im Internet nachschlagen und das Haus von außen betrachten, meine Freunde bitte ich herein (trotzdem bleibtdas Schlafzimmer meinem Partner und mir vorbehalten). Ökonomisch Ausgedrückt, Vertrauen als Währung. Wer sich mein Vertrauen verdient hat wird eingeladen.

Ob in dem Gedanken die Privatwelt von der Arbeitswelt getrennt werden muss (altes Rollenkonzept) kann ich hier nicht sagen. Wenn ein Kollege jedoch mehr Freund als Kollege ist, warum sollte ich ihn nicht einladen?

=> Mit diesem Ansatz wird klar, es geht nicht darum Silos zu bauen, sondern sich auf einer Skala zu bewegen.

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