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Posts Tagged ‘Begeisterung’

Es war eine Lehrstunde, was Haindling heute Abend in der Heidelberger Stadthalle geboten hat. Ihr Bühnenprogramm hat die Teilnehmer mit einbezogen, dafür gesorgt, dass der ganze Saal (der bestuhlt und vor allem mit Senioren gefüllt war) stand, dass die Zuhörer Textpassagen gelernt haben und sich zugleich auch noch körperlich betätigten.

Mich persönlich bringt das heutige Erlebnis zum nachdenken, wie man eine ähnliche Dynamik in andere Lernsettings überführen kann. Denn heute war es eben nicht so, dass ein passives Publikum sich hat berieseln lassen … was am Anfang meine Erwartung war. Doch die gesamte Mannschaft hat durch viel Variation, durch den Eindruck, dass sie Spaß haben die Zuschauer mitgerissen.

Hinzu kamen kernige Aussagen von Haindling Frontmann Hans-Jürgen Buchner die nicht nur zum nachdenken anregen, sondern die eben Ängste, Scheu etc… nehmen. Schunkeln wollen wir eigentlich nicht, doch heute ist es ein Zeichen der Verbundenheit… Pfeifen ist eine Übung, um die Gesichtsmuskeln zu trainieren und Stehen ist eine gute Abwechslung zum stetigen sitzen…. und alles hat Haindling vorgemacht.

Diese Art Entertainment werde ich mir im Rahmen der Lernkultur-Auseinandersetzung wohl genauer anschauen. Denn alles was auf der Bühne passiert ist war ästhetisch ansprechend, gut durchgeplant … wirkte teilweise spontan…war aber zu jedem Zeitpunkt darauf gerichtet das Publikum zu integrieren…Es war nicht aufdringlich, hat aber trotzdem allen die Sicherheit gegeben (und vor allem auch die Erlaubnis) aus sich heraus zu gehen…

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Hier jetzt meine Anknüpfung zu Red Baraat, dem Konzert gestern im Rahmen von Enjoy Jazz (Konzertinfo hier).

Auch hier war eher älteres Publikum vertreten und trotzdem war ein ausgelassenes mitschwingen, springen, swingen… Es scheint, als haben wir nicht verlernt Spass zu haben und aktiv zu sein, sondern in vielen Situationen, bei vielen Gelegenheiten bilden wir uns ein, es sei nicht erwünscht…. ich wünsche mir ein Gedankenexperiment, wie Lernen in Kontext Erwachsenenbildung sein könnte, wenn man einmal so ausgelassen wie auf einem der beiden Konzerte mit dem Lernstoff arbeitet, sich so aktiv damit beschäftigt… und dabei Freude hat. Und lernen macht uns doch an sich Freude, der Körper schüttet beim Lernen (bzw. in manchen Phasen des Lernens) Glücksstoffe aus…Wieso bleibt oft so wenig übrig.

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Mosaikisch zur Wissenschaft

Was uns prägt sind bestimmte Menschen, besondere Ort und Erlebnisse die unseren Horizont erweitern. Je mehr ich über die vergangene Woche in Wien nachdenke umso deutlicher wird mir – alles war dabei. Und auch wenn es die Menschen waren die mich geprägt haben, die klugen Anregungen und der besondere Stil, so waren es doch auch die Orte. Wien ist für mich ein Ort, an dem die Gedanken fliegen, ein Ort der Inspiration und einer besonderen Freiheit.

Doch es ist auch ein Ort, zu dem ich eine gewisse Distanz brauche um die Impulse zu verarbeiten… Zurück in Heidelberg wird mir klar welch wunderbare Chancen sich gerade auftun. Die Mitarbeit in einem sehr spannenden Cluster, die Chance in einem umsichtigen Kolleg meine Überlegungen zu präsentieren, zu diskutieren um sie anschließend zu schärfen. Aber auch die Chance direkt in einer anderen Kultur über Lernkultur nachzudenken, darüber nachzudenken wie GER und AUT unterschiedlich an die Dinge herangehen. Mein Eindruck ist, dass in AUT in der Wissenschaft mehr Herz stecken darf, mehr von der Person, mehr von den Überzeugungen. Es wird offen gelegt, dass Menschen immer aus bestimmten Perspektiven auf eine Sache blicken … und die jeweiligen Erfahrungen auch prägend sind.

An mir selbst habe ich an einem konkreten Beispiel festgestellt, dass aus meiner Sicht nicht ist, was nicht sein darf. Das Paradigma, das Ziel gibt vor was wahrzunehmen ist und in welcher Range sich die Ergebnisse zu bewegen haben. Doch was ist, wenn die Ergebnisse nicht in den vorher definierten Raum passen? – In Österreich scheint man sich damit auseinander zu setzen … das ist erstaunlich, denn ich ertappe mich zunehmen beim Vorgehen des Eupalinos (VALÉRY, P. (1932) Eupalinos: or, The architect,  Oxford University Press, H. Milford.), werfe zurück ins Meer was ich nicht verstehe, ignoriere was ich finde.

=> Wenn ich mir etwas als Wunsch für die nächsten drei Jahre der Diss. wünschen dürfte. Ich würde mir wünschen einen guten Umgang mit Dingen/ Erlebnissen/ Sachverhalten zu finden die ich nicht verstehe, insbesondere die Geduld die Dinge auf mich zukommen zu lassen und nicht vorschnell Schlüsse zu ziehen.

Oder wie es Marshall Mc Luhen aufzeigte, die Welt als Mosaik zu verstehen, welches nicht ein eindeutiges/ vorhersagbares Muster besitzt.

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