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Archive for the ‘Medien’ Category

Diese Tagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) steht für mich im Lichte der Vereinfachung, des Reduktionismus und der Neu-Fokussierung. Was meine ich damit?

Es wäre ein Leichtes über die guten Beiträge zu sprechen, oder die bereichernden Gespräche im Rahmen der GMW (was mein pers. Hauptziel dieser GMW war) – doch soll es in diesem Blog ja über INSIGHTS oder zumindest Ideen gehen (dazu zeitnah ein Artikel über die Wissenschaft der Idee nach Bateson anlässlich des Philosophiertages in Karlsruhe gestern + Alfred North Whitehead), und nicht ein Protokoll. Was bleibt also bei mir hängen?

Überlegungen

Ich stelle fest, es gibt eine Tendenz darüber nachzudenken wie Medien das Lernen verändern sollten, anstatt darüber nachzudenken wie sich Lernen weiterentwickeln könnte und was die Anforderungen an die Medien sein könnten. Deutlich zu spüren war dies, als die einfache und funktionale Nutzung von Tools als wenig reflektiert interpretiert wurde. Hingegen ein komplexes PLE als erstrebenswert (also für jede Aufgabe das passende Tool). Da frage ich mich doch, was ist wesentlich? Meiner Ansicht nach ist es auch eine erstrebenswerte Fähigkeit, mit einfachen, gegebenen Mitteln die Aufgaben zu lösen und Tools so zu modifizieren oder zu nutzen, dass es eben zielführend ist. Ross und Reiter scheinen vertauscht.

Eines muss ich jedoch zugeben, darüber nachzudenken wie Medien eine veränderte, vielleicht sogar eine qualitativ höherwertige Partizipation, oder zumindest mehr Partizipation ermöglichen finde ich sehr bereichernd. Lernen hat häufig damit zu tun Lernanlässe zu schaffen, und Interaktion zu ermöglichen. Wenn diese Konfrontation mit dem Neuen (hier jetzt ein Sprung in die Bildungstheorie) zusammen mit anderen Lernern erfolgt, spricht vieles dafür, dass dies förderlich ist. Damit sind wir mitten in der Diskussion des Peer-Learnings, und in der Entgrenzung des Lernens (Kirchhöfer, 2005).

Mit Blick auf Rolf Schulmeisters Vortrag zu „den Erfolgsfaktoren des Lernens“ und dem Workshop zu Qualitätskriterien von Moocs möchte ich die Frage aufwerfen: ob man nicht die Lerner entscheiden sollte, was für sie erfolgreiches Lernen ist? Es klingt komisch, aber kann es nicht sein, dass sie die Qualität des Lernens an anderer Stelle zeigt -> z.B. im Privatleben, im sozialen Engagement oder im Job? Exkurs: Kürzlich wurde Jemandem in Heidelberg vorgeworfen einen sehr guten Job in der Schweiz bekommen zu haben, obwohl doch andere Studierende mit besseren Noten noch arbeitslos seien. Man fragt sich, ob das Studium (natürlich nur bezogen auf den Aspekt der Beschäftigungsfähigkeit!!!) das richtige geprüft hat.

Merker

Dank Ulf Ehlers und seinen Überlegungen im o.g. Workshop zur Mooc Qualität nehme ich für mich persönlich von der GMW auch direkt einen Lösungsansatz mit. Wie wäre es, wenn wir die sogenannten Badges (http://openbadges.org; 2013-09-08) weiterdenken. Man könnte ja sagen, die Institution gibt den Umfang mit der Art des Badges an (soetwas gabe es ja beim coer13 auch schon) und der Lernende ergänzt seine persönlichen Lernziele. Damit wäre beispielsweise gut nachvollziehbar, warum jemand an einem Mooc nur von Woche 3-8 teilnimmt.

-> Auf meiner imaginären Gedankenliste sind somit „ rollenspezifische, personalisierte Badges“ (RPBs). Die Dokumentation könnte über sehr vereinfachte E-Portfolios erfolgen. Wie diese  dem „minimalismus Gedanken“ angenähert werden habe ich mir auch schon überlegt… dazu aber mehr, wenn ich mit Max Völkel von Calpano gesprochen habe, vielleicht geht’s ja noch einfacher 😉

Body of Knowledge (Campus Westend Frankfurt)

Body of knowledge

KIRCHHÖFER, D. (2005). Grenzen der Entgrenzung : Lernkultur in der Veränderung:  Frankfurt am Main, Lang.

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Und nun hier ein kleines Experiment…

 

 

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Fotostrecken Frühling 2013

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Als Medienpädagoge vertrete ich die Meinung, dass eine Präsenzveranstaltung das reichhaltigste Angebot zum Lernen zur Verfügung stellt und als am „reichhaltigsten“ eingeschätzt werden kann. Und natürlich sprengen Medien die Grenzen der Anwesenheit, zwingen zu einer neuen Grenzziehung, einer neuen Unterscheidung von hier und dort (Meyrowitz, 1985, S. 320.). Anwesenheit wird zunehmend durch kommunikative Erreichbarkeit ersetzt, womit die Kontexte häufig erklärungsbedürftig (er) werden (Bolz, 2007, S. 118.). Situationsvariablen wie gemeinsamer Lernort oder Präsenz entfallen. Nach Luhmann sinkt bei fehlender Anwesenheit in einer konkreten Situation die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kommunikation mehr Personen erreicht, wobei sich die Unwahrscheinlichkeiten* wechselseitig verstärken (2009, S. 30 f.).

Bei der heutigen Kreidezeit (Link hier) habe ich jedoch für mich eine völlig neue Erfahrung gemacht. Das eigentliche Lernen fand nicht durch das live zuhören (ich war vor Ort) statt, sondern im Chat über Skype. In diesem Chat gab es kein Video, sondern ausschließlich der Austausch von einigen wenigen Bildern wurde genutzt um einen Eindruck der Atmosphäre zu geben. Trotz der Reduktion auf Text, auf das geschriebene Wort lag die Aufmerksamkeit bei meinem Gegenüber und eben nicht bei Gunter Dueck (@wilddueck) im Raum.

Es war also nicht so, dass Twitter, Titanpad, Stream und vor allem Skype eine Ergänzung zu dem Liveevent wären, sondern das Liveevent war Impulsgeber für den Chat, in dem das eigentliche Lernen stattfand. Das Ranking sah dann wie folgt aus

Zitat: „Bei der Diskussion merkt man doch grad deutlich, was einer Person wirklich weiterhilft – wir haben hier vortrag, face to face diskussion, twitter diskussion und unserer diskussion und die reihung ist bei mir grad völlig klar

1. die disk. mit dir (gemeint bin ich als Chat-Partner)
2. dann die disk vor ort/die da grad reden
3. irgendwann dann twitter (und die tweets werden ja auch nicht aufgegriffen)“

Ein Blick auf diese Rangliste hat für uns die Frage aufgeworfen, welchen Stellenwert die Beziehung zu seinem Gegenüber hat. Wie nahe man sich steht, ob/ wie man sich aufeinander einlassen kann.

Dieser Frage möchte ich in den nächsten Tagen nachgehen. Denn zum einen scheint sie mir wichtig bei der Frage was unsere Kinder Lernen sollten, wie eine Bildung im 21. Jahrhundert aussehen soll – und zum anderen passt es gut zu meinem Neuen Steckenpferd: – wait for it – „Lernkultur“

* 1.) Unwahrscheinlichkeit, daß einer überhaupt versteht, was der andere will 2.) Unwahrscheinlichkeit des Erreichens von Empfängern 3.) Unwahrscheinlichkeit des Erfolgs von Kommunikation (wobei hier die hohe Bedeutung der Anwesenheit hervorgehoben wird, da auf Abläufe innerhalb von Interaktionssystemen unter Anwesenden abgestellt wird).

BOLZ, N. (1995) Am Ende der Gutenberggalaxis,   2. Auflage München, Wilhelm Fink Verlag.

BOLZ, N. (2001) Weltkommunikation,  München, Wilhelm Fink Verlag.

BOLZ, N. (2007) Das ABC der Medien,  München, Wilhelm Fink Verlag.

LUHMANN, N. (2009) Soziologische Aufklärung 3, (original work published 1981)  5. Auflage Wiesbaden, VS Verlag.

MEYROWITZ, J. (1985) No sense of place: The impact of electronic media on social behavior,  Oxford, Oxford University Press New York.

PS: Außerdem hat Christian darauf hingewiesen, dass am Ende vieler Informeller Gespräche derzeit die Frage der “Haltung” auftaucht. Auch dies ist mir zeitnah einen Artikel wert – würde mich freuen hier in eine Diskussion zu kommen.

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Dem stellen Pädagogen die These entgegen, dass mit Hilfe der Analyse und der Kritik der Massenmedien bzw. massenmedialer Produkte die Wirkungen der Medien überkommen werden könnten (Schell, 2010, S. 15.). Dabei wird vor allem die Manipulation der Inhalte sowie die Gewalt durch Medien betrachtet (Früh und Wünsch, 2010, S. 420 ff.). Eine umfassende Auseinandersetzung mit der Medienwirkung wie sie der Pädagoge Schorb fordert, welche auch nach den kommerziellen bzw. ökonomischen Aspekten bzw. Machtinteressen fragt bleibt jedoch aus (Schorb, 2010, S. 258 ff.). Dies liegt nach Schell auch an der „mangelnden medienpädagogischen Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer … [und] ihrer Unsicherheit im pädagogischen und technischen Umgang mit Medien“ (2010, S. 16.). Doch auch ohne die letzte Einschränkung scheint die These der Pädagogen kaum haltbar. Zum einen, da sich eine Medienwirkung nicht primär auf inhaltlicher Ebenen entfaltet, sondern wie dargelegt in der Veränderung der Wahrnehmung und des Kommunikationsverhaltens. Außerdem gewinnen wie in Kapitel 2.1 erläutert andere Medienformen neben den Massenmedien an Bedeutung, z.B. die kontingente (digitalen) Medien in Form von Blogs, Foren oder Personal-Learning-Environments. Dies führt im Lichte des informellen bzw. selbstorganisierten Lernens zu einer besonderen Dynamik, da die Lerner selbst dafür verantwortlich sind, sich bewusst mit den Medien und ihrer Wirkung auseinander zu setzen.

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So, die Thesen wie Medien auf Lernen wirken sind gesammelt, priorisiert, selektiert und bereit diskutiert zu werden. Hier nun als Auszug aus der Masterarbeit…

  • Medien prägen die Wahrnehmung und die Art zu denken, was anhand der linearen Schriftkultur und der oralen Stammeskultur deutlich wird (McLuhan, 1970, S. 85 ff.). Meyrowitz spitzt dies zu indem er ausführt „we remain heavily dependent on literacy in both the way we store information and in the way we think“ (1985, S. 307.). Sein Lehrer Postman ergänzt, dass unsere Medienmetaphern die Welt für uns in eine zeitliche Abfolge bringen, sie vergrößern, verkleinern, einfärben und sie damit eine bestimmte Deutung der Beschaffenheit der Wirklichkeit hervorrufen (Postman, 2009, S. 20.).
  • Medien, insbesondere das Fernsehen,  werden zu einem zentralen Element der Erziehung und ersetzen dadurch menschliche Bindungen (Postman, 2009, S. 168 ff.). Menschen die von Beginn an mit Medien aufwachsen, nutzen Medien unreflektierter.
  • Medien prägen unsere Kommunikation und unsere Wahrnehmung, sie teilen die Welt nicht mit, sondern für uns ein (Luhmann und Fuchs, 1989, S. 7.).
  • Dabei sind Medien stets technisch geprägt ohne etwas technisches zu sein, fordern uns jedoch auf, die Welt naturwissenschaftlich mathematisch nach Descartes (vgl. Aicher, 1991, S. 11.)  herauszufordern bzw. sie zu stellen und ihr ihre „Geheimnisse“ zu entreißen (Heidegger, 1962, S. 14 ff; 21.). Dies bestimmt wie wir etwas über die Welt lernen und offenbart zugleich eine Kanalreduktion, bestimmt durch eine Art des Entbergens, es ist nur erkennbar was die Technik bzw. die Medien erkennen lassen.
  • Heiße Medien lassen weniger Beteiligung zu und kalte Medien fordern persönliche Beteiligung (McLuhan, 1970, S. 32 ff.).
  • Medien sind selbst kommerzielle geprägt, unterliegen also dem Systemcode „haben/ nicht haben“. Durch die medial vermittelte Kommunikation tragen sie diese Prägung in Lernkontexte, vgl. hierzu das aktuelle Vorgehen der Schulbuchverlage im Kontext des Urheberrechts (Schulbuchverlage, 2010).
  • Digitale Medien schaffen eine parallele, fiktive Welt ohne Sinn zu stiften, da sie keine ausreichende Rückbindung an die materielle Welt besitzen (Aicher, 1991, S. 75 ff.). Der Information-Overload führt zusätzlich zu einem Orientierungs- und Sinndefizit, kurz zu Konfusion. Dies kann jedoch nicht durch die Infusion von mehr Informationen behoben werden (Bolz, 2007, S. 26.).
  • Moderne Medien zerstückeln Daten in einer Weise, dass daraus „kontextlose Information“[1] wird, die durch Belanglosigkeit und Zusammenhangslosigkeit zu Handlungsunfähigkeit führt (Postman, 2008, S. 85 ff.). Ein Verstehen von Zusammenhängen wird dadurch erheblich erschwert.
  • Medien sprengen die Grenzen der Anwesenheit und zwingen zu einer neuen Grenzziehung, einer neuen Unterscheidung von hier und dort (Meyrowitz, 1985, S. 320.). Anwesenheit wird zunehmen durch kommunikative Erreichbarkeit ersetzt, womit die Kontexte erklärungsbedürftig (er) werden (Bolz, 2007, S. 118.). Situationsvariablen wie gemeinsamer Lernort oder Präsenz entfallen. Dies ist kritisch, da es nach Luhmann unwahrscheinlich ist, dass eine Kommunikation mehr Personen erreicht, als in einer konkreten Situation anwesend sind und sich die Unwahrscheinlichkeiten wechselseitig verstärken (2009, S. 30 f.).
Und was stellt die Pädagogik dem entgegen? – Dazu morgen mehr…


[1] Anm. d. Autors, es ist der Widerspruch in dem Ausdruck zu berücksichtigen, da Information per Definition in einen Kontext eingebettet sein muss.

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Zu Recht hat Prof. T.L. meine Masterthesis kritisiert. Dies hat mich die letzten 24h zu massivem Nachdenken gezwungen. Mir ist klar, ich muss meine Thesen anpassen (These 3 bleibt identisch wird aber nun von zwei neuen Thesen flankiert).

1.) Das Wissensverständnis prägt die Definition von Lernerfolg

2.) Sowohl Wissen als auch Medien unterliegen einer ökonomisch und technisch geprägten Entwicklung.

3.) Medien fungieren als Antreiber didaktischer Weiterentwicklungen, werden in ihrer Wirkung für den Lernerfolg jedoch überschätzt.

Gibt es Meinungen dazu – oder sogar Pro- und Contra Argumente?

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Mal abgesehen von banalen Einteilungen alá Daten/ Informationen/ Wissen, was macht Wissen denn nun zum Wissen?

Wie wird Wissen von Nichtwissen unterschieden? Einen Ansatzpunkt bietet der Vergleich der Überlegungen von Habermas, Toumin, Lyotard und Foucault. Diesen folgend sind lebensweltliches Wissen (narratives Wissen) und wissenschaftliches Wissen zu unterscheiden. Letzteres kann nur im Diskurs entstehen, da es sich dort gegen die Kritik zu beweisen hat – und mit These und Beweis seine “Wahrheit” oder “Echtheit” erlangt.

Doch wer bestimmt nun, was als Tatsache anerkannt wird? Wer bestimmt die Diskursregeln (obiger Vorschlag entstammt Toumin)? Wie können wir die dominante Diskursformation (Foucault) entlarven und die blinden Flecken erkennen, die durch MACHT (von Foucault auch bezeichnet als Herrschaftswissen) in die Unsichtbarkeit verdrängt wurden?

Ein Platter Gedanke, sollten “Herz und Verstand” vielleicht wieder Hand in Hand gehen => sprich stärkere Gewichtung der sinnlichen Wahrnehmung als Abgrenzung von der digital-logischen Wahrnehmung übe Interfaces oder sonstige Maschinenoberflächen?

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