Feeds:
Posts
Comments

Archive for May, 2014

Was sind die Treiber eines neuen Narrativs?

 

Diesen Dienstag dachten Bernd und Tomáš gemeinsam darüber nach, wie sich unser Wirtschaftssystem verändern ließe, was die entscheidenden Aspekte bei dieser Veränderung sind… und wie man dies fassen könnte.

Für mich als Außenstehender war sehr spannend zu sehen, dass sie es zum einen über Geschichten, Metaphern … und Frameworks (Frames of References; inhaltliche Ebene) versuchten und zum anderen wie sie gemeinsam/ miteinander nachdachten  -oder sich eben nicht auf dies einließen was der Andere einwirft – man könnte es auch ein Bissl als Rosinenpicken bezeichnen… oder eben als Fokus.

 

-> Für mich folgenden daraus die beiden Lernfelder:

1.) Was kann ich von den beiden als Persönlichkeit lernen

2.) Was habe ich inhaltlich verstanden.

-> und zusätzlich Anregungen für die Gestaltung meiner Diss.

Aus Zeitgründen möchte ich jetzt nur auf 2.) und die Diss. eingehen.

Auf Basis des Gesprächs habe ich für mich eine Mindmap erstellt, die mir Hinweise gibt, was das neue „Wirtschaftsnarrativ“ prägen könnte – und oh wunder, es scheint mir sehr ähnlich dem, was die „Neue Lernkultur“ prägen könnte. Meine Überlegungen finden sich am Anfang des Artikels (Mindmap)…  Kommentare dazu sind herzlich willkommen.

 Für meine Diss.

In dem Gespräch wurde mir nochmal deutlich, dass es sinnvoll scheint keine großen Theorien zu erstellen, wie versuchen genau zu erfassen was „denn der Fall ist“. Sondenr es geht er darum

  • Ein Modell/ mehrere kleine Modelle zu bauen, welches Orientierung gibt
  • Die Modelle als Mosaik begreifen; damit sind sie nicht ein System, müssen aber zueinander passen
  • Unschärfe bewusst zulassen, so dass Spielräume entstehen (und Flexibiltät)
  • Für das Verständnis das Modell mit Metaphern und Geschichten hinterlegen
  • Hinweis Prosa: Die Kunst ist es nicht die Oberfläche detailreich zu beschreiben, sondern mit der Beschreibung ein Verständnis für die darunterliegenden Schichten zu erzeugen, erfahrbar zu machen – eben anhand der Oberfläche

Und letztlich kommt noch der Aspekt der Demut hinzu. Es ist kein Zeichen von Reife wenn man glaubt man könne alles erklären... sondern ein Zeichen von Verständnis, wenn man die Begrenztheit seines Ansatzes erkennt

-> Ganz wichtig ist es zu verdeutlichen was das Modell leisten kann, wozu es gedacht ist… und wo eben die Grenzen liegen. Hier gibt es ja auch den Hinweis von Popper… ein Modell muss auch widerleg bar sein (prinzipiell).

 

PS: Ob uns die großen Geschichten abhanden gekommen sind; verschwunden sind wie Lyotard sagt kann ich nicht einschätzen. Doch dass es neben dem „wissenschaftlichen Wissen“ auch einen Bereich geben sollte in dem wir „lebensnah“ oder eben „narrativ“ die Dinge fassen … finde ich gut. Noch besser, wie in Fallstudien fände ich es aber, wenn wir dies wieder zusammenbringen 😉

Advertisements

Read Full Post »

Bild

 

Quelle: Eigenes Bild; Wuppertal Schwebebahn; oder “eine kleine Spittelau in black & white”

 

Dank der Impulse der Teilnehmer meiner „Lern-Kultur Session“ und den Hinweise von Prof. Dehnbostel kam mir doch noch eine Einsicht, die ich nachfolgend kurz darstellen möchte. Im Kern geht es um die Unterscheidung von „Lern-Kultur“ und der Programmatik im Diskurs um die „Neue Lernkultur“ (aufgebracht von Faulstich).

„Neue Lernkultur“

Lernkultur

–     Wie sieht „gutes Lernen“ aus

–     Welche Werte und Haltungen sind förderlich

–     Förderung der Selbstbestimmung des Lerners

 

 

–     Betrachtungsraum:
       allgemein

=>              Normativ

–     Was prägt das Lernen in eine spez. Kontext besonders?

–     Welche Bestandteile von Kultur kann ich beschreiben und ggf. vergleichen?

–     Was unterscheidet zwei Lernkulturen?

–     Über welche Aspekte bin ich mir bewusst?

–     Betrachtungsraum:
       spezifisch, kontextabhängig

=>              Deskriptiv

 Warum ist das wichtig?

Mein Eindruck aus der Session (Input & Doku) war, dass die Mitarbeiter der VHS gerne ihre Lernkultur verändern, entwickeln und gestalten wollen, aber mir nicht deutlich machen konnten was ihr Zielbild – ihre Zielvorstellung ist. Anders gesagt, die Teilnehmer sind sich darüber klar, dass sich das Lernen verändert und sie wollen diese Veränderungen zulassen. Wie sich das Lernen verändert, welche Formen als wünschenswert und förderlich gesehen werden … nach den Antworten darauf suchen sie in der Debatte um die „Neue Lernkultur“.

Da ich in meiner Session aber über eine förderliche Lernkultur für die jeweilige VHS, also für den jeweiligen Kontext sprechen wollte, versucht habe mit den Teilnehmern zu ergründen wie die Lern-Kultur in einer spezifischen VHS ausgeprägt ist… sind wir nicht übereingekommen.

Anders ausgedrückt. Die Teilnehmer wollten darüber sprechen wie sie den Wandel/ Change organisieren, und ich wollte erst über die aktuelle (Ist-) Situation sprechen und eine Soll-Situation ableiten.

In dem Gespräch mit Prof. Dehnbostel (das hoffentlich auch bald als Video verfügbar sein wird) wurde mir aber auch noch etwas anderes klar. Die Debatte um die „Neue Lernkultur“ ist geprägt von Annahmen über unsere Gesellschaft und die Entwicklung dieser. Vereinfacht gesprochen könnte man auch sagen, viele Überlegungen gründen darauf was wir über die „Wissensgesellschaft“ denken (also wie Arbeitsplätze beschaffen sind, welchen Informationszugang wir heute haben, wie wir unser Privatleben organisieren) und in welcher Zeit wir uns wähnen. Mein Stichwort ist hierfür die Postmoderne, die eine sehr kluge Freundin von mir kürzlich mit den Kerncharakteristika

–       Plural (Pluralität)

–       Krisenhaft (Krise)

–       Spielerisch (Spiel)

beschrieben hat. Dem folgend dreht sich der eine Diskurs darum, wie wir allgemein mit den gesellschaftlichen Herausforderungen umgehen wollen und welche Ausprägungen gutes Lernen auszeichnet. Ob und wie Inhalte in diesem Diskurs enthalten sind vermag ich leider noch nicht zu sagen, weil mir das Zusammenspiel mit dem Diskurs um Bildung noch nicht klar ist. Der andere Diskurs (Lern-Kultur) dreht sich darum, wie ich den Kontext des Lernens als kulturell geprägt begreifen kann, und wie ich mit Begriffen und Konzepten aus dem Bereich der Kultur, die relevanten Aspekte für gutes Lernen beschreiben kann.

Kurzes Fazit:

Anders als einer guten Freundin aus Innsbruck fällt es mir sehr schwer die Plurailität der Postmoderne zu denken. Ich schaffe es nicht auf dieser Ebene, also für so viele Plurale Kontexte über Bildung und gutes Lernen nachzudenken. Aus dem Grund, und weil ich überzeugt bin, dass „Context King“ ist, werde ich mich in Zukunft mehr um einen deskriptiven Ansatz bemühen. 

PS: Vielleicht fehlt mir auch einfach die Erfahrung und die Weisheit um das große ganze zu verstehen… und eines Tages traue ich mich auch an dieses Thema ran 🙂

 

 

Read Full Post »