Feeds:
Posts
Comments

Archive for March, 2012

Ein Kompliment

Zu allererst möchte ich das tolle Konzept, die gelungene Umsetzung und die gute Organisation loben. Mir hat es in den LernZeitRäumen sehr gefallen, dafür einen herzlichen Dank an alle Beteiligten! Wenn ich darf, komme ich gerne wieder.

Impulse

Damit komme ich aber auch schon zu den für mich relevanten Impulsen bzw. Themen, die medialen Aspekte sollen dabei ausgespart werden, dies würde hier den Rahmen sprengen. (Einbindung Twitter, Etherpad, Querkommunikation etc.). Ähnlich wie Christian nehme ich die Frage der Haltung als einen zentralen Punkt heute war und verbinde diesen mit den Fragen: Was ist die Aufgabe des “Lehrenden”, wann schreitet er ein bzw. gibt Unterstützung, wie erfolgt das relevante Feedback (Noten werden ja keine Vergeben). Einige konkrete Hinweise wurden gegeben, ich habe sie allerdings noch nicht wirklich verstanden -> Nacharbeit.

Auch die Rolle der Eltern und ihre Verantwortung für die Mit-Gestaltung der Schule, die Unterstützung ihrer Kinder war ein wichtiges Thema. Es wurde angeführt, dass meistens die Eltern in die Sprechstunden kommen, deren Kinder sich besonders positiv entwickeln, die Eltern von “Problemkindern” jedoch ihre Anwesenheit vermissen lassen. Es liegt der Schluss nahe, dass sich manche Eltern mehr für ihre Kinder engagieren als andere. Doch aus meiner Sicht greift diese Feststellung zu kurz, ich ertappe mich bei dem Versuch wieder Gesellschaftskritik üben zu wollen, die Tagesschule gar als Symptombekämpfung für ein viel grundlegenderes Problem zu sehen (hiermit kritisiere ich ausdrücklich nicht die Arbeit der Lehrer, sondern das gesellschaftliche Konzept). – Das eigentliche Übel scheint die Ausrichtung des Lebens auf die Arbeit. Steigende Arbeitsstunden bei Professionellen, das Arbeiten in der Freizeit für die Firma, die ständige Erreichbarkeit bzw. Verfügbarkeit (Be-Stellbarkeit würde Heidegger wohl sagen) – wo soll da die Zeit für die Kinder herkommen? Und wenn die Zeit schon nicht da ist, dann sollen die Kleinen brav in die Schule gehen, da kann man sich als Elternteil wenigstens einreden, die Kinder wären nicht auf einen angewiesen. – Da ich keine persönlichen Erfahrungen gemacht habe, sind diese Ausführungen primär als Meinung zu verstehen, und nicht als bewiesene Tatsachen! Dabei lasse ich mich von der schönen Erinnerung leiten, am Nachmittag mit meinen Freunden auf einem beliebigen Bolzplatz eine Runde Fußball zu spielen, und dies so lange ICH wollte.

Nun aber zu einem Bereich in dem ich sicherer agieren kann, die Frage nach der Rolle der Schule. Wozu brauchen wir LernZeitRäume oder Vorlesungen? Wo liegt bezogen auf erwachsene Studenten der Vorteil einer Vorlesung gegenüber einem Video. Wofür bedarf es einer physischen Hochschule, wo wir doch Virtuelle Hochschulen haben (Bayern oder I-Tunes University), Fernunis (Hagen) und … das Internet an sich. Ich glaube MOOCs können uns hier einen wichtigen Hinweis geben, es geht um soziale Interaktion, um Räume der Begegnung und um ein Ritual. Im Publikum wurde heute kurz über Vorlesungen diskutiert, deren unbestreitbarer Vorteil darin liegt, dass man davor und danach mit den Kommilitonen einen Kaffee trinken kann – also soziale Interaktion stattfindet. Dies schafft Verbindlichkeit, begründet Lerngruppen und regt so zu Diskussionen und einer gemeinsamen Wissenskonstruktion an (vielleicht entstehen sogar Freundschaften). Passiert dies mit Studenten aus anderen Ländern, findet sogar noch ein interkultureller Austausch statt.

Dies führt zu … (und an der Stelle bin ich jetzt zu müde, werde hier zeitnah eine Fortsetzung schreiben, – Gerne Kommentare zum Zwischenstand)

 

Read Full Post »

Im Rahmen des Educamps habe ich eine Session zu Wissen, Medien und Lernen angeboten. Die methodische Kritik dazu findet sich hier, nun möchte ich auf die Inhaltlichen Aspekte eingehen, siehe hierzu auch das Etherpad der Session.

Mein Eindruck war …

  • dass sich viele Teilnehmer von der Vielzahl der Definitionen des Medienbegriffs erschlagen fühlen
    • dabei jedoch zum Teil sehr alte Mediendefinitionen dominieren (Medien ausschließlich als Mittler)
    • Definitionen aus Reflex kritisierte werden (… es gibt doch garkeine Individualmedien…)
  • dass der Begriff Wissen sehr undifferenziert verwendet wird bzw. keine Unterscheidung von Informationen und Wissen vorgenommen wird
  • die Unterscheidung von Wissen, Wahrheit und Tatsache bei vielen als relevant wahrgenommen wurde
    • es einigen Teilnehmer jedoch schwer auszudrücken, warum sie bestimmten Informationen trauen und anderen nicht (Bsp. ARD und AlJasira) – > also mit Fleck gefragt, was ist eine wissenschaftliche Tatsache, wie werden Informationen validiert?
    • Siehe auch Luhmann, “alles was wir wissen, wissen wir aus den Massenmedien.”

Welche Anregungen nehme ich mit?

Zum einen war es für mich sehr spannend über meine Definition und die Kategorien für “Kontingente Medien” zu diskutieren. Es schien nicht nachvollziehbar, warum man aus Lehrperspektive über die Kategorien Anpassbarkeit, Verfügbarkeit, Content und Kommunikationsmodus ein Medium einordnen kann. Siehe hierzu die nachfolgende Darstellung:

Individual-Medien, Massen-Medien und Kontingente-(Digitale)-Medien

Definitionen:

Individual-Medien
Als Individualmedium ist ein zumeist technisches Kommunikationsmedium (2. Ordnung) bezeichnet, welches sich an eine Kleinst- bzw. Kleingruppe wendet, das in der Regel an den Nutzer angepasst bzw. personalisiert werden kann und keinen eigenen Content mitliefert.

 Massen-Medien
Massenmedien wenden sich an ein breites Publikum als Empfänger, es existiert nur ein Sender, welcher die Inhalte liefert, das Medium kann kaum vom Benutzer angepasst werden und ist aus technischen und rechtlichen Gründen (Urheberrecht) in der Verfügbarkeit eingeschränkt.

Kontingente-(Digitale)-Medien
Wird im folgenden von einem kontingenten (digitalen) Medium gesprochen, so sind damit technische Medien bezeichnet, welche Inhalte digital speichern und repräsentieren, sowohl von Kleinstgruppen wie auch von größten Organisationen genutzt werden können, an die jeweiligen Bedürfnisse durch fortgeschrittene Benutzer anpassbar sind (ggf. Opensource) und die Inhalte anbieten, die genutzt werden können, aber nicht müssen und die sich der Philosophie des partizipativen Web (Web 2.0 Kultur) zugeneigt sehen.

Außerdem nehme ich den Hinweis auf das CBAM-Modell (Concerns-Based Adoption Modell) gerne auf (- Danke Anja!). Wie ich dies in meiner Arbeit verwende ist noch diffus. Auf alle Fälle ist es ein Ansatz für ein empirisches Herangehen, welches sich ggf. an die Arbeit anschließt.

Wie unschwer zu erkennen ist, versuche ich mich den Spuren einer kritischen Medientheorie zu folgen, die Dinge auch mal anders zu denken und nach den “blinden Flecken” zu fragen. Hierzu finde ich den Linktip zu SocialWebPathologies sehr spannend, dort wird ebenfalls versucht hinter die Kulissen zu kucken.

… bezogen auf die Wirkung von Medien auf das Lernen blieb dann noch folgendes bei mir hängen:

  • Medien verändern die Art wie Lerngruppen agieren (Cooperation, Connectivism und George Siemens)
  • Der gleiche Beitrag von ARD wirkt jeweils anders, wenn er am Fernseher, am Computer über die Mediathek, am Computer über YouTube (Kommentarmöglichkeiten), am Smartphone über den Browser, am Smartphone über ein App angeschaut wird.
  • Über Foren und andere Aggregations- und Suchmöglichkeiten ist es möglich, die Gruppengrößen deutlich zu erhöhen => es können mehr beteiligt werden, translokale Kommunikation definiert die Grenzen der Anwesenheit neu (oder  um mit Bolz zu sprechen, Anwesenheit wird durch Verfügbarkeit ersetzt -> was auch direkt aus der Heideggerschen Perspektive des Be-Stellens bzw. des Ge-Stells zu betrachten ist!!!)
  • Wir vertrauen nicht dem Medium, sondern der Institution oder der Person, welche die Inhalte produziert. Was heißt dies für Gruppenarbeiten?
  • Zitation, Creative Commons … in beiden Fällen wird wert auf die Namensnennung gelegt, dies ermöglicht zumindest ansatzweise Überprüfbarkeit. Wie gehen wir mit Inhalten um, von denen wir nicht wissen woher sie stammen -> OER???

Was fange ich jetzt damit an? Was wünsche ich mir?

Die Anregungen und Wirkungen nehme ich in meine Mindmap zu Wirkungen von Medien auf Lernen und arbeite diese zeitnah auf. Parallel diskutiere ich mit Interessierten weiter, ob meine Annahmen plausibel sind, welche Aspekte noch zusätzlich beleuchtet werden sollten …. und hole mir damit ein gutes Gefühl und Extra-Drive 🙂
Darüber hinaus werde ich einige Überlegungen/ Inhalte zeitnah auf meiner Wikiversity Seite einstellen und würde mich sehr freuen über Kommentare und weitere Kritik. Denn seit Samstag ist mir wieder klar – ich bin ein Fan von gut begründeter, konstruktiver Kritik!

Verwandte Session auf dem Educamp in Köln:

Bring your own Device von Mandy Schiefner: hier
V
orstellung Edutags (Social Bookmarking für Bildungsinhalte): hier
Welche Kompetenzen brauch ein Lehrer: hier
Lizenzen für offene Bildungsinhalte/ Open Educational Ressources (OER): hier
Definitionen für Open einer “Corporate Open University”: hier

Read Full Post »

Das Educamp Köln verbinde ich mit einer persönlichen Lektion. Aus diesem Grund möchte ich untypisch für diesen Blog neben den theoretischen Überlegungen auch einen persönlichen Arktikel verfassen – der fachlich interessierte Leser möchte mir dies nachsehen.

Am Samstag habe eine Session zu Medien, Wissen und Lernen gehalten (Forum, Etherpad). Im Vorfeld hatte ich mir überlegt, ob ich viel vorbereiten soll, oder offen in die Session gehe und gespannt bin was passiert. Meine Sorge dabei war, dass in den gegebenen 45min zu den Knackpunkten, also den Wirkungen komme. Ich habe mich aus meiner Sicht für ein sehr offenes Format entschieden, wozu es allerdings die folgenden Kritikpunkte gab:

  • die Session war wie Schulunterricht aufgebaut
  •  bei vielen Fragen hatten ich das Gefühl, die Antwort wäre schon Dir schon bekannt (Frage nur als Hinleitung zu XXX)
  • Du hast zu viel gesteuert und nicht nur Strukturiert
  • es fehlten eindeutige, vielschichtige Modelle/ Definitionen, so wurde die Darstellung dem Thema nicht gerecht

… es gab aber auch positive Stimmen:

  • bei vielen Session bleiben kommen wir zu keinem Ergebnis, ich finde es gut mit einem Fokus zu moderieren
  • Du als Sessiongeber hast ja ein Interesse an einem bestimmten Thema,

Mich hat die Kritik getroffen. Nicht weil sie unberechtigt gewesen wäre, sondern gerade weil mir Defizite bewusst werden. Ich finde es gut, wenn keine unberechtigte Lobhudelei gefeedbacked wird. Doch komme ich zu einem anderen Ergebnis als die meisten erwarten => was mache ich also anders…

  • ich gebe mir wieder mehr Mühe in der Vorbereitung (Kerndarstellungen, Folien)
  •  ich mache mir vorher bewusst was ich will, was mein Ziel ist
  • ich mache die Agenda (bzw. die Kernfragen) sichtbar und trage Sorge dafür, dass sie während der Session sichtbar bleiben
  • ich kläre vorher mit den Teilnehmern, ob mein angestrebtes vorgehen (und meine Haltung) i.O. sind => Stichwort: Contracting
  • ich lasse ein Tonband laufen, damit ich im Rückblick nochmal hören kann, wie ich formuliert habe und in welchem Ton

+ ich arbeite nochmal die Session vom #ecbi11 durch, in der die Göre die Durchführung guter Sessions erarbeitet hat.

+ ich appelliere hier in meinem Blog alle Rezipienten dazu, ihre Ideen als Kommentar zu ergänzen. Dafür im Voraus schon mal vielen Dank!

Für Persönliches Feedback an der Stelle schon mal vielen Dank an Herrn Larbig, Jana, Julia M., Anja L. und die weiteren aktiven Teilnehmer der Session!

Read Full Post »

Im Rahmen der Diskussion zur Identität 2.0  von Thomas Bernhardt wurde mir klar, dass es bei social media auch im professionellen Kontext erlaubt ist die persönliche Seite zu zeigen. Meine Forderung, man möge persönliche Befindlichkeiten, Etappenziele der Reise etc. z.B. bei Twitter unterlassen stieß auf Verwunderung….

Es war für mich spannend zu erfahren, wie die einzelnen Teilnehmer mit dem Thema umgehen. Ich Musste dabei an die Rollsenteilung von Bernd Schmid denken (Organisation, Professionell, Privat). Und um ehrlich zu sein bin ich mir noch nicht sicher ob ich es gut finde diese Rollen so stark zu vermischen – vielleicht bin ich einfach zu altmodisch.

Während ich dies schreibe muss ich an ein Zitat von Norbert Bolz denken, Öffentlichkeit/ Freiheit braucht auch Privatsphäre. Es muss einen geschützten Raum geben, indem ich angstfrei kommunizieren kann. Doch ist dies zwingend eine andere Rolle, oder geht es nicht vielmehr um ein Abstufung der Verfügbarkeit der Informationen. Ich bleibe der gleiche, aber nur die Menschen denen ich vertraue, die mir wichtig sind erhalten Zugang zu meinem Innenleben. Machen wir es ganz platt, jeder kann meine Adresse im Internet nachschlagen und das Haus von außen betrachten, meine Freunde bitte ich herein (trotzdem bleibtdas Schlafzimmer meinem Partner und mir vorbehalten). Ökonomisch Ausgedrückt, Vertrauen als Währung. Wer sich mein Vertrauen verdient hat wird eingeladen.

Ob in dem Gedanken die Privatwelt von der Arbeitswelt getrennt werden muss (altes Rollenkonzept) kann ich hier nicht sagen. Wenn ein Kollege jedoch mehr Freund als Kollege ist, warum sollte ich ihn nicht einladen?

=> Mit diesem Ansatz wird klar, es geht nicht darum Silos zu bauen, sondern sich auf einer Skala zu bewegen.

Read Full Post »