Diese Jahr fanden in Karlsruhe das AKWM Symposium und das Knowledgecamp als verbundene Veranstaltungen statt, gemeinsames Hashtag #amk12.
Beide Hauptorganisatoren (Thomas Sohler und Karlheinz Pape) sind mir eng verbunden und beide schätze ich sehr. Doch leider hat mir dieses Jahr etwas Zentrales gefehlt, der Spirit vergangener Jahre. Was meine ich damit. Bisher hatten mich die Veranstaltungen an verschiedenen Stellen immer wieder überrascht, ich habe mir immer viel mitgenommen. Doch dieses Jahr war dies nur sehr partiell so. Auf dem AKWM war Prof. Braungart mit “Cradle to Cradle” überragend und auf dem Knowledgecamp hat mich die Session (Link hier) von Stephan Tanneberger sehr inspiriert …
Nun gilt es die Frage zu stellen, haben sich die Veranstaltungen verändert, oder habe ich mich verändert, bzw. wer hat sich denn wie verändert? Bei einem Blick auf die drei Tage fällt schnell auf, dass ich mich sehr häufig und lange mit den Menschen unterhalten habe, die ich bereits kannte oder die mein Interesse geweckt haben (Max V. – mit Calpano, Marie G., Stefan T. Stefan R. und Simon D.) Fast alle kenne ich schon länger, kann schnell zum Punkt kommen und verstehe zügig worauf sie hinaus wollen … oder sie halten mir solange ein symbolisches Schild hoch, dass mich zum nachdenken auffordert.
Mit “Neulingen” geht es mir meistens anders. Hier muss ich mich auf neue Menschen einstellen, vielleicht ist mir dies schlichtweg auch zu viel. Hinzu kommt, dass ich mich zunehmend vom Thema Wissensmanagement als “Leitdisziplin” distanziere. Ich denke es geht um Lernen, es geht um Kultur … und für mich im speziellen um “Lernkultur”. All die Tools sind nützlich, und Medien prägen unser Leben, so wie die Technik unsere Gesellschaft prägt. Doch zu oft geht es im Wissensmanagement um mechanistische Ansätze, um klare Prozessbeschreibungen die aber die Haltung, die Einstellung der Menschen außen vor lassen. Dabei fällt auf, dass nicht nur Neulinge von “Wissensdatenbanken” und “Wissenstransfer” zwischen “Wissensarbeitern” sprechen, sondern dass sogar Größen der Szene wie Dr. Schütt von IBM nicht einsehen wollen, dass Stahlarbeiter bei Voest Alpine (Ausnahmen natürlich ausgenommen) in Ihrer Pause nicht mit MicroBlogging und anderen Social-Media Tools arbeiten wollen. … Oder wie ein Zuhörer der Podiumsdiskussion anmerkte, es vielleicht auch nicht passend ist, wenn der Betrieb eines Hochofens via Social Media erst im Betrieb erlernt wird.
Leider ist dies kein Einzelfall gewesen. In vielen Sessions und Vorträgen konnte man von den Referenten mehr erwarten – zumindest war meine Erwartung eine andere. Insbesondere Nicole Simon enttäuschte mich auf ganzer Linie. Ihr Vortag mag geeignet sein um einem fachfremden Publikum einen Einblick zu geben, für ein Wissensmanagement Symposium war der Inhalt leider klar unter Niveau. Allein die Aussage, dass sie am Frühstückstisch ihr Ipad auspacken musste, als ein Rentnerehepaar am Nachbartisch eine SMS der Enkel laut vorlas ruft Zweifel der Eignung auf den Plan. Aber vielleicht verrät dies auch mehr über mich als Zuhörer, denn außer dieser kruden Erzählung ist mir leider nichts in Erinnerung geblieben.
… Nach dieser Erfahrung wäre ich noch umso lieber zum Edu-Camp nach Ilmenau gefahren, um meine Meinung hoffentlich zu korrigieren … doch dies werde ich dieses Jahr leider nicht schaffen. – Tut mir leid Marcel. Dir gutes Gelingen!!!
Zöpfe abschneiden, neu Fokussieren
Entsprechend scheint es an der Zeit mich aus dem Thema Wissensmanagement zurück zu ziehen und mich neuen Themen neuen Formaten zuzuwenden… to be continued



[...] dieses Unbehagen teilen. Im Insights HD-Blog machte sich Friedrich A. Ittner im Artikel “AKWM Symposium und KnowledgeCamp 2012 – eine kritische Auseinandersetzung” ebenfalls Gedanken in diese [...]